Pfälzerwald Zustand und Schäden durch Klimawandel (Foto: SWR)

Waldzustandsbericht Rheinland-Pfalz

Pfälzerwald hat die wenigsten Schäden in Rheinland-Pfalz

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Der Pfälzerwald steht nach Angaben Landes-Forstverwaltung trotz Trockenheit und zurückliegender Hitzejahre im landesweiten Vergleich noch am besten da. Das steht im Waldzustandsbericht für Rheinland-Pfalz.


Pfälzerwald Zustand und Schäden durch Klimawandel (Foto: SWR)

Dass der Pfälzerwald nicht so stark geschädigt ist, wie Wälder im nördlichen Rheinland-Pfalz, habe man dem fortschrittlichen Waldbau vergangener Jahrhunderte zu verdanken, so die Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt. Die Pfalz gehörte ab 1816 zum Königreich Bayern, das eher auf trockenresistente Kiefern setzte, als auf Fichten. Trotzdem leide auch der Pfälzerwald spürbar unter dem Klimawandel.

Pfälzerwald: Folgen des Klimawandels weniger sichtbar

Die Trockenheit und Hitze der vergangenen drei Jahre haben aber auch im Pfälzerwald den alten Kiefern stark zugesetzt. Das bestätigt auch Mario Biwer vom Forstamt Haardt. Zwar habe der Borkenkäfer im Pfälzerwald nicht so schlimme Schäden hinterlassen wie etwa im Westerwald mit seinen großen Fichten-Beständen. Aber auch ältere Kiefern und heimische Laubbaum-Arten wie die Buche und Traubeneiche hätten massiv mit der zunehmenden Trockenheit und Hitze zu kämpfen.

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Dennoch habe das aber nicht gereicht, um die Wasser-Reserven aufzufüllen. Ein Indiz dafür sei, dass vor allem die alten Buchen schon sehr früh ihr Laub verloren hätten. Und die Buche sei eine Baumart, die etwa ein Viertel des Baumbestandes im Pfälzerwald ausmache.

Pfälzerwald Zustand und Schäden durch Klimawandel (Foto: SWR)

Klimawandel: Mehr Schädlingsbefall und Krankheiten

Durch die milden Temperaturen auch im Winter machen mehr Schädlinge und Krankheiten den Bäumen zu schaffen, wie der Kastanienrindenkrebs, der die am Haardtrand weit verbreitete Esskastanie befällt. Aber auch das Rehwild mache den Förstern zu schaffen. Dort würde es sich stark ausbreiten und junge, nachwachsende Bäume abfressen.

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Allgemein setzt die Forstverwaltung auf die sogenannte natürliche Verjüngung. Das bedeutet, dass durch die Samen alter Bäume neue entstehen. Sind aber größere Flächen durch den Klimawandel geschädigt, pflanzen die Försterinnen und Förster auch neue Bäume. Dabei setzen sie vor allem laut Biwer auch auf widerstandsfähige Arten wie Roteiche, Douglasie oder Baumhasel. Außerdem hofften die Experten, dass sich die jungen nachwachsenden Bäume im Gegensatz zu den alten an Klimawandel und Trockenheit anpassen werden.

Schäden gehen an Substanz der Mitarbeiter

Biwer berichtet, dass weiterhin große Mengen an kranken und geschädigten Bäumen geschlagen werden müssten. Und das schon im vierten Jahr. Dabei fehlten im Forst zunehmend Fachkräfte - angefangen bei Förstern über Forstwirte bis hin zu Naturschutz- und Umweltexperten. Das gehe auch langsam an die Substanz der Mitarbeiter - psychisch und physisch. Denn sie müssten zusehen, wie ihre Bestände erkranken und gleichzeitig organisieren, dass das geschädigte Holz geschlagen, verkauft und abtransportiert werden könne.

Trotz allem: Im Pfälzerwald noch relativ entspannt

Die Lage im Pfälzerwald sei zwar besorgniserregend. Im Vergleich zu Westerwald und einigen Gebieten im Hunsrück aber noch relativ entspannt. Biwer wünscht sich jetzt erstmal vor allem:

"Einen Winter mit Minustemperaturen im zweistelligen Bereich und Schneelagen, die nur langsam abschmelzen"

Denn das würde Schädlingen, wie dem Borkenkäfer, den Garaus machen und wieder Nachschub für die Grundwasser-Bestände im Pfälzerwald bedeuten.

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