Landgericht Frankenthal von außen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uwe Anspach)

Fünf Angeklagte verurteilt

Jugendstrafe für Angriff auf Schwangere in Neustadt

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Fünf Jugendliche haben 2019 in Neustadt an der Weinstraße eine Schwangere zusammengeschlagen. Das Landgericht Frankenthal hat am Mittwoch das Urteil gesprochen.

Angeklagte (Foto: SWR)

Als Haupttäterin gilt eine heute 19-Jährige. Sie wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt. Das Urteil nahm sie ruhig auf. Sie erklärte im Prozess, dass sie die Tat bereue und wünschte, sie könne sie ungeschehen machen. Sie sagte in der Verhandlung, sie müsse wohl eine Therapie machen, um ihre Aggressionen unter Kontrolle zu bekommen. "Ich hatte so eine kurze Zündschnur damals." In ihrer Prozessakte reiht sich eine Körperverletzung an die andere.

Nach Auffassung des Gerichts war sie es, die die anderen vier Angeklagten, zwei Männer und zwei Frauen, rekrutiert und auch den Plan geschmiedet hat. Demnach wollte sie aus Eifersucht die Ex-Freundin ihres damaligen Partners verletzten und hätte dafür auch den Tod des Kindes in Kauf genommen.

"Das ist die feigste Tat, die ich in meiner Berufslaufbahn je gesehen habe."

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Jugendgruppe, die schwangere 17-Jährige damals in die Nähe des Bahnhofs Neustadt-Böbig gelockt und sie dort zusammengeschlagen hatte. Nach Auffassung des Gerichts wussten alle, dass die junge Frau schwanger sein könnte. Alle fünf Angeklagten haben die Tat gestanden.

Keine Jugendstrafen für Mitangeklagte

Die vier Mitangeklagten kamen mit einer Verwarnung davon. Das Gericht verurteilte sie zu insgesamt 4.000 Euro Schmerzensgeld, außerdem müssen sie sich bei dem Opfer entschuldigen. Der Vorsitzende Richter rechnete den Angeklagten positiv an, dass sie die Tat zugegeben haben - auch die Hauptangeklagte. Sie sei aber auch nach der Tat noch negativ aufgefallen, die anderen dagegen hätten sich positiv entwickelt. Einer der Männer habe eine Lehrstelle in Aussicht, eine der Frauen habe ihre Ausbildung schon begonnen.

Anwalt: Opfer leidet noch heute unter der Tat

Die inzwischen 20-jährige Frau leidet nach Angaben ihres Anwalts noch immer an den psychischen Folgen der Gewalttat. Sie war nicht vor Gericht erschienen. Bei dem Angriff erlitt die junge Frau eine Bindehautentzündung, mehrere Prellungen und Hämatome sowie Hautabschürfungen und eine Verletzung an der Hand. Das Baby blieb unversehrt. Der Anwalt der jungen Frau sagte dem SWR, er sei nicht zufrieden mit dem Urteil. Er habe sich ein höheres Schmerzensgeld für seine Mandantin gewünscht.

Prozessakten in einem Gerichtssaal des Frankenthaler Landgerichts (Foto: SWR)
Prozessakten (Symbolbild)

Kindsvater war während der Tat im Urlaub

Der 21 Jahre alte Kindsvater und Ex-Freund der mutmaßlichen Anstifterin hatte am Mittwoch ebenfalls als Zeuge vor Gericht ausgesagt. Er sei während der Gewalttat im Urlaub gewesen und habe nichts davon gewusst. Allerdings sei er über die Schwangerschaft nicht begeistert gewesen. Nach der Attacke habe er die Beziehung zu der Angeklagten beendet: "Als ich gehört habe, was passiert ist, war ich wütend und habe mit ihr Schluss gemacht."

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