Die Pfalz startet in die Hallenbad Saison: Die Schwimmbecken werden auf Grund der aktuellen Energiepreise etwas kühler als sonst (Foto: IMAGO,  Henning Scheffen)

Kälteres Wasser und kühlere Luft

Energiekrise und hohe Heizkosten: Hallenbäder in der Pfalz trotzdem offen

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Trotz Energiekrise und explodierender Strom- und Gaskosten nehmen in der Pfalz die Hallenbäder ihren Betrieb auf - wollen dabei aber Energie einsparen.

Vielerorts war es unklar gewesen, wie sich die Kommunen angesichts drohender Gas- und Stromrechnungen und der allgemeinen Forderung Energie einzusparen entscheiden würden. Jetzt ist klar: Die Hallenbäder in der Pfalz machen trotzdem auf. Um den Energieverbrauch zu senken, soll aber überall die Wasser- und Raumtemperatur abgesenkt werden, teilweise schließen auch die Saunen.

Hier finden Sie Informationen zu verschiedenen Hallenbädern in der Pfalz:

Stadionbad Neustadt

In Neustadt an der Weinstraße hat der Stadtrat in dieser Woche entschieden, im Stadionbad die Traglufthalle aufzubauen. Um zu sparen, soll die Wassertemperatur auf 23 Grad und die Raumtemperatur auf 26 Grad gesenkt werden, teilte ein Stadtsprecher mit. Dies ermögliche eine Gaseinsparung von mehr als 800.000 kWh. Zum Vergleich: Ein Vier-Personen-Haushalt mit 100 Quadratmeter Wohnfläche verbraucht im Jahr etwa 18.000 kWh.

Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel hatte sich nach Angaben der Stadtverwaltung für den Hallenbadbetrieb des Stadionbads eingesetzt, insbesondere mit Blick auf den Vereins-, Leistungs- und Schulsport.

Schwimmer im Hallenbad (Symbolbild) (Foto: SWR)
Der Stadtrat von Neustadt hat beschlossen, den Hallenbadbetrieb des Stadionbads auch in dieser Wintersaison aufzunehmen

Hallenbad Süd und Hallenbad Oggersheim in Ludwigshafen

Das Hallenbad Süd in Ludwigshafen soll Ende September öffnen und plant, die Raum- und Wassertemperatur um 2 Grad zu senken. Man rechne dadurch mit Einsparungen von etwa 20 Prozent, so der Abteilungsleiter Bäder der Stadt. Das Hallenbad Oggersheim hat bereits seit letzter Woche wieder geöffnet mit einer Wassertemperatur von 26 Grad.

Cabalela Grünstadt

Am deutlichsten senkt das Schwimmbad in Grünstadt seine Temperaturen: Gäste können jetzt bei Temperaturen zwischen 26 und 27 Grad baden – zuvor lagen die Temperaturen noch zwischen 30 und 31 Grad. Um Energie zu sparen, schränkt das Hallenbad zusätzlich seinen Saunabetrieb ein. Besucherinnen und Besucher können diese nur noch von Freitag bis Montag nutzen – nicht wie zuvor die ganze Woche. Diese Sparmaßnahme sei sehr effektiv, erklärte Cabelela-Geschäftsführer Klaus Wasmuth dem SWR. Saunen seien in der Regel gasbetrieben und würden daher besonders viel Energie fressen.

Das Cabriobad Leiningerland in Grünstadt, Cabalela (Foto: Cabalela Grünstadt)
Das Wasser im Cabriobad Leiningerland (kurz Cabalela) in Grünstadt wird deutlich kühler Cabalela Grünstadt

Bademaxx in Speyer und Ostparkbad in Frankenthal

Im Bademaxx Speyer bleibt die Sauna aufgrund der Energiekrise bis auf Weiteres ganz geschlossen. Das Ostparkbad in Frankenthal hat seinen Schwimm- und Saunabetrieb bereits Anfang September wieder aufgenommen, welche Energiesparmaßnahmen dort greifen, hat die Stadtverwaltung noch nicht bekanntgegeben.

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Laola Hallenbad in Landau mit nachhaltiger Technik

Einige Schwimmbäder versuchen auch durch die Verwendung von energiesparender Technik Strom und Gas zu sparen. Das Laola in Landau setzt beispielsweise auf Erdwärme: Eine Wasser-Wärmepumpe befördere die Wärme aus einer stillgelegten, 1.000 Meter tiefen Öl-Bohrstelle und beheize so das Becken. Nichtsdestotrotz verbrauche das Laola rund 270.000 kWh im Monat, was etwa dem Jahresverbrauch von 15 Vier-Personen-Haushalten entspricht.

Auf das Zuheizen der Umgebungsluft mit Gas, verzichtet das Schwimmbad eigenen Angaben zufolge zur Zeit noch. Sobald die Außentemperaturen signifikant sinken, wäre eine zusätzliche Beheizung durch Gas allerdings erforderlich, um eine erhöhte Luftfeuchtigkeit zu vermeiden und Schimmelbildung vorzubeugen, teilte die Stadtverwaltung mit. Die gewohnte Wassertemperatur im Hallenbad soll in Landau nur um ein Grad gesenkt werden.

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Solarenergie in Bad Dürkheim und Speyer

Die Schwimmbäder in Bad Dürkheim und Speyer greifen beispielsweise auf Solarenergie zurück, um Strom für Sauna, Warmwasser, Becken- und Raumheizung zu erzeugen. Grünstadt und Speyer haben zusätzlich zwei erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke, um Wärme zu erzeugen.

Bad Dürkheim nutzt Fernwärmenetze und Holzhackschnitzel. Das Salinarium Bad Dürkheim will die Beckentemperatur um ein Grad senken.

Der Innenbereich des Salinariums in Bad Dürkheim (Foto: Salinarium Bad Dürkheim)
Der Innenbereich des Salinariums in Bad Dürkheim Salinarium Bad Dürkheim

Höhere Eintrittspreise als Ausgleich?

Michael Bleidt vom Verband Kommunaler Unternehmen fordert eine spezielle finanzielle Bezuschussung der Bäder, um auf erneuerbare Energien umzurüsten. Höhere Eintrittspreise könnten Kostensteigerungen von 90 bis 150 Prozent für Strom und Gas nicht mehr ausgleichen, so Bleidt.

Die meisten Bäder planen derzeit keine Erhöhung der Eintrittspreise. Das Bademaxx in Speyer teilte beispielsweise mit, dass man eine gesellschaftliche Aufgabe hätte, der man nachkommen wolle und müsse, weshalb das Hallenbad so lange geöffnet bleibe, wie es Stadt, Land oder Bund erlauben.

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