Tierrettung Rhein-Neckar (Foto: Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar)

Tierretter in der Ukraine

Tierrettung Rhein-Neckar hat etwa 160 Hunde und Katzen in Sicherheit gebracht

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AUTOR/IN
Birgit Baltes

Die Tierrettung Rhein-Neckar mit Sitz in Hochdorf-Assenheim ist seit Anfang März in der Ukraine und im polnischen Grenzgebiet im Einsatz, um ausgesetzten und zurückgelassenen Haustieren zu helfen. Auch um Flüchtlinge kümmern sich die "Retter".

Innerhalb von drei Tagen und Nächten hat Michael Sehr, Geschäftsführer der Berufstierrettung Rhein-Neckar 75 Hunde und 84 Katzen an Sammelstellen in der Ukraine abgeholt und über die Grenzen nach Polen gebracht. Begleitet wurde er dabei von Frank Weißkirchen, einem Mitarbeiter des Tiersicherungsdienstes Duisburg.

Michael Sehr von der Tierrettung Rhein-Neckar (Foto: Michael Sehr, Berufstierrettung Rhein-Neckar)
Michael Sehr von der Tierrettung-Rhein-Neckar kümmert sich um einen ausgesetzten Hund Michael Sehr, Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Katzen und Hunde wurden erstmal mit Futter versorgt. Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Diese Hundewelpen sind bereit zum Abtransport Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Ein Helfer schützt einen kleinen Hund vor der Kälte in der Ukraine Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Auch solche Mäntelchen gegen die Kälte haben die Tierreter an Hundehalter verteilt Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Teilweise stammen die Hunde aus aufgegebenen Tierheimen im Kriegsgebiet Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Einige Hunde wurden von der Tierrettung Rhein-Neckar auch medizinisch versorgt Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Auf einer Decke der Tierretter liegt es sich warm und weich Michael Sehr, Tierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
In solchen Boxen wurden mehr als 80 Katzen über die Grenze transportiert Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Die Tierrettung hat jede Menge Futter im Gepäck Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen
Endlich angekommen! Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar Bild in Detailansicht öffnen

Hunde aus Lwiw retten

Am 7. März informierte Sehr den SWR, dass er und sein Mitstreiter gerade auf dem Weg ins ukrainische Lemberg seien. Dort wollten die beiden Männer Hunde abholen, die Ukrainer an einen Sammelplatz gebracht haben. Dabei handle es sich nicht nur um Hunde aus dem aufgegebenen Tierheim in Lwiw, sondern auch um Straßenhunde und ausgesetzte Haustiere.

Tierrettung Rhein-Neckar (Foto: Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar)
Tierrettung Rhein-Neckar Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar

Tiere müssen in Polen in 14-tägige Quarantäne

In Lwiw kümmerte sich Sehr zusammen mit anderen Helfern zunächst um die 50 Hunde, gab ihnen Futter, packte sie in Mäntelchen oder Decken und versorgte auch verletzte Tiere. Danach fuhren er und Weißkirchen mit den Hunden nach Polen, um sie an einem für Haustiere eingerichteten Sammelplatz abzuliefern. Die Hunde werden von dort aus auf polnische Tierheime verteilt, erklärt der Berufstierretter aus der Pfalz. Dort müssen sie 14 Tage lang in Quarantäne, um zu verhindern, dass sie Tierseuchen einschleppen.

An Kinder Süßigkeiten verteilt

Am 9. März unterstützten Sehr und Weißkirchen die Flüchtlingshelfer in Lwiw und verteilten beispielsweise Süßigkeiten an Kinder von Geflüchteten oder halfen beim Transport eines Mannes im Rollstuhl. Gestern fuhren die Beiden dann zu einer Sammelstelle in einem Dorf in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Dort holten sie 84 Katzen und 25 Hunde ab, um sie erneut zu Sammelstellen nach Polen zu bringen, berichtet Sehr. Einige Hunde und Katzen hätten sie auch direkt in einem polnischen Tierheim abgeliefert.

Tierrettung Rhein-Neckar (Foto: Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar)
Tierrettung Rhein-Neckar Michael Sehr/Berufstierrettung Rhein-Neckar

Einsätze bis tief in die Nacht

Sehr und sein Kollege haben 16 Stunden-Einsätze hinter sich. Er sei erschöpft, gibt der Berufstierretter zu. Aber er wolle dennoch weitermachen - voraussichtlich werde er am kommenden Sonntag wieder in der Pfalz sein, so Sehr. "Das kann ich meiner Frau nicht antun, noch länger zu bleiben", sagt der Familienvater. Sie mache sich große Sorgen, weil er im Kriegsgebiet unterwegs sei.

Wie geht es weiter mit den Tieren?

Was mit den Hunden und Katzen geschieht, wenn die Quarantänezeit in Polen um ist, kann Sehr nicht genau sagen. Er wisse aber von Organisationen, die Haustiere von Polen nach Deutschland holen wollen. Sehr rechnet auch damit, dass die Tierheime in Deutschland durch die Flüchtlingswelle einen starken Zulauf erhalten. Denn viele Flüchtlinge hätten ihre Haustiere dabei, dürften sie aber dann in Deutschland nicht mit in die Unterkünfte nehmen.

Die ersten Tage an der polnisch-ukrainischen Grenze

Sehr war am 4.März in der Pfalz aufgebrochen. Geplant war ursprünglich, schnell über die Grenze nach Lemberg, der ukrainischen Stadt Lwiw, zu fahren, um dort aus einem aufgegebenen Tierheim, verlassene und auch verletzte Tiere zu bergen und nach Deutschland zu bringen. Wie Sehr dem SWR am Sonntag von der Grenze mitteilte, war die Lage für das Team aber nicht sicher genug, um direkt in die Ukraine zu fahren.

Hunde und Katzen in Transportboxen an der ukrainischen Grenze (Foto: Michael Seehr/Tierrettung Rhein-Neckar)
Michael Seehr/Tierrettung Rhein-Neckar

Transport an der Grenze für Mensch und Tier

Daher halfen Sehr und sein Kollege zunächst im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet geflüchteten Menschen, die ihre Haustiere dabei hatten, berichtete Sehr. Sie versorgten und untersuchten die Tiere und transportierten sie dann zusammen mit ihren Haltern zu den nächsten Sammelstellen für Flüchtlinge.

Außerdem kümmerten sich die Tierretter an der Grenze auch allgemein um Flüchtlinge, vor allem um Ukrainerinnen und Ukrainer mit Babys oder Kleinkindern. "Die fahren wir dann zu den Sammelstellen, damit sie sich sich nicht in die vollgestopften Busse quetschen müssen", erklärt Sehr.

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