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In der Pfalz ist ein Jungtier der fast vom Aussterben bedrohten Europäischen Sumpfschildkröte gesichtet worden. Seit 2008 läuft in Rheinland-Pfalz ein Nabu-Projekt zur Wiederansiedlung dieser Tiere. Die Sichtung beweist: Das Projekt ist offenbar erfolgreich.

Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) Rheinland-Pfalz wurde ein etwa zwei Jahre altes Tier bei einer Landwanderung in Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis) entdeckt.

Sumpfschildkröte am Gewässer (Foto: Walter Gramlich)
Walter Gramlich

12 Jahre geduldiges Warten: Hat Ansiedlung geklappt?

Seit 2008 sind bei Bobenheim-Roxheim rund 120 Europäische Sumpfschildkröten vom NABU ausgewildert worden. Die Tiere waren in Europa nahezu ausgestorben, in Rheinland-Pfalz kamen sie gar nicht mehr in freier Wildbahn vor. Vermutlich weil Schildkröten nur sehr langsam geschlechtsreif werden, gab es bisher keine Anzeichen dafür, ob es Nachwuchs gab.

"Dass jetzt ein zwei bis drei Jahre altes Jungtier entdeckt wurde, ist wie ein Sechser im Lotto."

Walter Gramlich, NABU-Projektverantwortlicher

Mit dem entdeckten Jungtier ist jetzt klar: Die nur wenige Gramm schweren und etwa 2-Euro-Stück-kleinen Schlüpflinge können den Winter in der Pfalz überleben. Die Tiere hätten sich bei den warmen Temperaturen der vergangenen Jahre gut entwickeln können, was zum Erfolg des Projekts beigetragen habe.

Zweites Aussiedlungsprojekt in Südpfalz

In der Südpfalz wird ein weiteres Projekt betrieben, um die europäische Sumpfschildkröte dort in den Rheinauen wieder anzusiedeln. Bei Neuburg wurden vor drei Jahren die ersten Tiere ausgesetzt. Seit 2006 war in der Region nach geeigneten Orten dafür gesucht worden.

Sumpfschildkröte am Gewässer (Foto: Walter Gramlich)
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