Rüttelfahrzeug (Foto: SWR)

Vulcan Energie startet seismische Messungen

Südpfalz: "Rüttler" suchen nach Erdwärme und Lithium

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AUTOR/IN
Ulrike Brandt

Die Firma Vulcan Energie sucht zwei Wochen lang in der Südpfalz nach Erdwärme und Lithium - mit sogenannten Rüttelfahrzeugen. Das Ziel: Neue Standorte für Geothermiewerke finden.

Nachdem das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz grünes Licht für die Untersuchungen gegeben hat, starteten die Rüttelfahrzeuge am Mittwoch. Zwei Wochen lang fahren sie über Straßen und Feldwege in der Südpfalz.

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Konkret soll in der Südpfalz geschaut werden, wo genau sich neue Bohrungen in die Tiefe lohnen könnten. Damit verbunden wäre ein möglicher Bau neuer Geothermieanlagen, um den Rohstoff Lithium zu gewinnen. Frühestens im Februar sollen die Ergebnisse der Messungen ausgewertet sein. Bereits 2025 will die Firma mithilfe von Geothermie Lithium für die Produktion von Autobatterien verwenden.

Rüttelfahrzeug (Foto: SWR)
In der Mitte unter dem Vibro-Truck hängt die Rüttelplatte.

Wie funktionieren die seismischen Messungen?

Bei den Untersuchungen, die auch als "Rütteln" bekannt sind, werden zwei bis drei Spezial-Fahrzeuge - sogenannte Vibrotrucks - losgeschickt, die Schwingungen erzeugen. Dabei halten die Fahrzeuge an festgelegten Punkten an, setzen eine Rüttelplatte, die unterm Fahrzeug hängt, auf den Boden und schicken Schwingungen in den Untergrund. Diese werden vom Gestein zurückgeschickt und von speziellen Mikrofonen, sogenannten Geophonen, aufgezeichnet.

"Sollten im höchst unwahrscheinlichen Fall doch geringe Schäden an Häusern oder an der Infrastruktur zustandekommen, werden diese von Vulcan ausgeglichen."

Können dabei Schäden entstehen?

Das Landesamt für Geologie und Bergbau schreibt, dass "Schäden, beispielsweise Risse, nie gänzlich ausgeschlossen werden können". Die Behörde mit Sitz in Mainz hat die Messungen genehmigt und verweist darauf, dass der Unternehmer entsprechende Maßnahmen und Vorkehrungen zu treffen hat, damit Schäden auf ein Minimum reduziert werden. "Sollten im höchst unwahrscheinlichen Fall doch geringe Schäden an Häusern oder an der Infrastruktur zustandekommen, werden diese von Vulcan ausgeglichen."

Firma haftet für Schäden in der Südpfalz

Für die Schäden an städtischen Infrastruktureinrichtungen wie Straßen musste Vulcan Energie zum Beispiel für die Stadt Landau eine Bürgschaft hinterlegen. Nach Stadtangaben werden alle Straßen und Wege, die von den Vibrotrucks befahren werden, "kurz vorher gefilmt".

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Warum rüttelt Vulcan Energie in der Südpfalz?

Die Daten, die bereits über den Untergrund der Südpfalz vorliegen, sollen ergänzt werden. Ziel von Vulcan Energie ist es, das "Untergrundpotential zur Aufsuchung von Erdwärme, Sole und Lithium genauer zu untersuchen."

Vulcan Energie setzt auf Lithium-Förderung in Insheim (Foto: SWR)
Das Geothermiewerk in Insheim (Kreis Südliche Weinstraße) gehört Vulcan Energie - mindestens fünf weitere Anlagen sollen nach Unternehmensangaben folgen.

Wo in der Südpfalz soll "gerüttelt" werden?

Die seismischen Messungen betreffen die Städte und Gemeinden Offenbach an der Queich, Impflingen, lnsheim, Herxheim bei Landau, Billigheim-lngenheim und Rohrbach, die alle im Landkreis Südliche Weinstraße liegen.

Außerdem soll der Untergrund im Kreis Germersheim bei Erlenbach sowie in Landau getestet werden - eine Fläche von rund 70 Quadratkilometern. Ursprünglich sollte auch in Steinweiler getestet werden - doch die Gemeinde hat der Firma nicht erlaubt, ihre Wege zu befahren.

Vulcan Energie testet sein Verfahren in der Anlage in Insheim (Foto: SWR)
Vulcan Energie testet sein Verfahren in der Anlage in Insheim

Suche in der Pfalz nach Erdwärme und Lithium

Nicht nur Vulcan Energie, auch andere Firmen suchen in der Pfalz nach Standorten, um Erdwärme und Lithium zu gewinnen. Die Vorder- und Südpfalz ist vom Landesamt für Geologie und Bergbau in sogenannte Aufsuchungsfelder aufgeteilt worden.

Das Gebiet von Vulcan Energie reicht von Ludwigshafen über Mutterstadt und Neustadt bis zur französischen Grenze. Unter anderem plant das Unternehmen, mit Probebohrungen in Neustadt-Geinsheim und Haßloch nach Erdwärme zu suchen. Auch das Unternehmen Deutsche Erdwärme hat Gebiete vom Landesamt zugesprochen bekommen. Die Stadtwerke von Speyer und Schifferstadt ebenfalls.

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