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Die Landesregierung will, dass das Studierendenwerk Vorderpfalz Wohnheimzimmer, die wegen der Coronakrise leerstehen, an Touristen vermietet. Dieser Vorschlag stößt auf harsche Kritik.

Der Vorschlag der Landesregierung, leerstehende Zimmer in Studentenwohnheimen an Touristen zu vermieten, wird beispielsweise vom Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch scharf kritisiert. Er spricht von einem schlechten Witz. Die Idee sei ein Schlag ins Gesicht der Hotelbranche, die durch die Corona-Krise ohnehin sehr gebeutelt sei, so Hirsch in einer Pressemitteilung. Er fordert stattdessen vom Land eine angemessene finanzielle Überbrückungshilfe für die Studierendenwerke.

Studentenwohnheim in Landau (Foto: SWR)
Studentenwohnheim in Landau

Vorschlag schwer umsetzbar

Auch das Studierendenwerk selbst sieht den Vorschlag kritisch. Man wolle keine Konkurrenz zu Hotels und Pensionen werden. Organisatorisch wäre das schwierig. Außerdem wisse man ja nicht, wann der normale Unibetrieb wieder losgeht.

DEHOGA sieht Wettbewerbsverzerrung

Ein Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Pfalz sprach von einem unfairen Wettbewerbsvorteil, falls dieser Vorschlag umgesetzt würde. Die Studierendenwerke seien gegenüber den Hotels steuerlich begünstigt. Der Hotelier sagt, er habe ohnehin schon viele Gäste an Jugendherbergen verloren, die mit Steuergeldern zu Tagungshotels umgebaut wurden.

Leere Mensen verschärfen die Krise

Die Finanznot der Studierendenwerke erklärt sich auch durch die Kosten für den Mensabetrieb. Das ist die andere große Einnahmequelle, die weggebrochen ist. Da die Studierenden zu Hause bleiben, würden in den Mensen kaum noch Essen verkauft. Die Mitarbeiterinnen wurden in Kurzarbeit geschickt und mehr als die Hälfte wird voraussichtlich zum kommenden Wintersemester ihre Stellen verlieren.

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