Sterben wird teurer

Steigende Gaspreise: Feuerbestattungen werden teurer - auch in Landau

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In den Krematorien in Deutschland könnten die Preise für Einäscherungen bald stark anziehen. Grund: die steigenden Gas-Preise. Wir haben bei einem Bestatter in Landau nachgefragt.

Erd- oder Feuerbestattung (Foto: SWR3)

Die Einäscherung eines Verstorbenen kostet im Landauer Krematorium 370 Euro. Doch dieser Preis werde steigen, sagt Krematoriums-Geschäftsführer Joachim Reber voraus. Um wie viel genau, das könne er derzeit noch nicht sagen, aber: Der Anstieg werde enorm sein.

Rebers Problem: Die Einäscherungsöfen werden mit Gas betrieben. Und die seit Wochen stark steigenden Preise wird er ab kommendem Jahr zu spüren bekommen. "Für dieses Jahr haben wir noch einen Liefervertrag mit festen Gaspreisen. Welche Preise der neue Vertrag für 2023 bringt, weiß ich noch nicht."

Landau

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Noch unsicherer sei die Situation wegen eines drohenden Gas-Stopps im Zuge des Ukraine-Kriegs. "Dieses Thema schwebt seit Kriegsbeginn wie ein Damoklesschwert über uns", sagt der Geschäftsführer des Landauer Krematoriums. Zwar gelten die rund 160 Krematorien in Deutschland als systemrelevant und gehörten zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Allerdings habe die Bundesnetzagentur bisher noch keine Ansage gemacht, wer wieviel Gas im Falle eines Embargos oder Lieferstopps bekommen würde.

Jeden Tag 20 Einäscherungen allein in Landau

Und wenn das Gas im Krematorium in Landau doch knapp wird oder ausbleibt? "Das könnte kurzfristig sehr schwierig werden", sagt der Geschäftsführer. In Landau werden durchschnittlich etwas mehr als 20 Verstorbene am Tag eingeäschert, macht etwa 8.000 im Jahr.

Mehr klassische Bestattungen? Keine Option!

Was nicht ginge, sagt Reber, der auch gleichzeitig Bestatter ist, sei, die Anzahl der Erdbestattungen zu erhöhen. Dafür fehle die Infrastruktur auf den Friedhöfen, viele Familien hätten bereits Urnengräber reservieren lassen, Menschen wünschten sich immer häufiger, dass ihre Asche in einen Friedwald oder einen Ruheforst komme.

Immerhin gibt es nach Angaben von Reber eine langfristige Lösung, um im Krematorium vom Gas wegzukommen. Der Trend gehe hin zu Elektroöfen. In Landau allerdings werden die erst in entfernter Zukunft ein Thema werden: Das Krematorium hat seine Gasöfen erst modernisieren lassen und auch neue angeschafft.  

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