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Die zwei Mitglieder der Stadttaubenhilfe kümmern sich seit zweieinhalb Jahren um kranke und verletzte Tauben und versuchen den Bestand ohne Grausamkeiten zu regulieren. Doch lange halten die beiden Ehrenamtlichen das nicht mehr durch.

Die Stadttaubenhilfe hat in einem großen Privatgarten am Rande von Landau-Nußdorf zwei große Vogelkäfige aufgestellt. Einer dient dazu, verletzte oder kranke Wildtauben zu versorgen. Der andere, junge und genesene Stadttauben auf das Leben in Freiheit vorzubereiten, sagt Christine Simon von der Stadttaubenhilfe Landau.

Verschiedene Tauben brüten und sitzen in ihren Vogelhäusern.  (Foto: SWR)
Dieser jungen Ringeltaube fehlen die Schwanzfedern.

Verletzte und schwache Tauben aufpäppeln

So werden sowohl Tauben gepflegt, die etwa von Krähen attackiert und mit gebrochenem Bein eingeliefert wurden, Unfälle hatten oder junge Tiere, die zu schwach sind. Genauso würden aber auch Tiere betreut, auf die von Menschen geschossen wurde.

Prävention: Eieraustausch statt lebendig einmauern

Der Hass werde von Firmen geschürt, die darauf spezialisiert sind, unerwünschte Tauben aus Häusern zu verjagen, sagt Christine Simon. Es komme sogar immer wieder vor, dass Tauben bei Dachstuhlsanierungen lebendig eingemauert würden, zusammen mit ihren Nestern und Küken.

Verschiedene Tauben brüten und sitzen in ihren Vogelhäusern.  (Foto: SWR)
Ein Taubenschlag auf einem Dachboden. Die Taubenretter kommen gut an die Nester.

Dabei könne man recht einfach verhindern, dass sich die Vögel zu stark vermehren. Und zwar indem man frisch gelegte Taubeneier heimlich gegen Eier aus Gips austauscht. Die Taubenhilfe macht das bereits auf dem Dachstuhl eines Privathauses am Landauer Hauptbahnhof. Dort konnten bereits über 60 Eier ausgetauscht werden, um die Vermehrung zu kontrollieren.

Tierliebe am Limit - Unterstützung gesucht

Dass sich die Stadttaubenhilfe Landau um die Vögel kümmert, hat sich inzwischen in der ganzen Südpfalz herumgesprochen. Das Telefon steht kaum noch still, sagt Vereinsvorsitzender Harald Hoos. Allein von Sonntag auf Montag hätte es fünf Neuzugänge gegeben. Immer verbunden mit Logistik oder vielleicht sogar einem Tierarztbesuch.

Verschiedene Tauben brüten und sitzen in ihren Vogelhäusern.  (Foto: SWR)
Diese Taube namens Sissy bleibt sehr beharrlich bei ihren Eier. Da klappt der Austausch gegen Gipsatrappen wohl nicht.

Hunderte von Stadt- und auch Wildtauben haben Harald Hoos und Christine Simon inzwischen wieder gesund gepflegt und ausgewildert - auf eigene Kosten und neben ihren Vollzeitjobs. Doch die Zahl ihrer Patienten nimmt ständig zu und die beiden sind inzwischen trotz aller Tierliebe am Limit. Um weitermachen zu können, suchen sie dringend noch mehr Unterstützer und Unterstützerinnen.

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