Die Salierbrücke zwischen Speyer und Hockenheim (Foto: SWR)

Nach mehr als zweieinhalb Jahren Bauzeit

Nach Sanierung: Salierbrücke bei Speyer wieder offen

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Zwei Jahre und zehn Monate war die Salierbrücke zwischen Speyer und Altlußheim (Rhein-Neckar-Kreis) gesperrt. Am Mittwoch ist sie offiziell wieder für den Verkehr freigegeben worden.

Bei der offiziellen Eröffnung der 600 Meter lange Brücke ist am Mittwoch symbolisch ein schwarz-rot-goldenes Band durchschnitten worden. Am Nachmittag wurde die Brücke dann auch wieder für den Autoverkehr freigegeben. Nach der Eröffnung tummelten sich zunächst Fußgänger und Radfahrer auf der Salierbrücke, die Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verbindet. Sie ist mit etwa 28.000 Fahrzeugen täglich eine der wichtigsten Verkehrsadern in der Region. Allerdings hatte eine Untersuchung vor der Sanierung erhebliche Defizite in der Tragfähigkeit gezeigt. Deswegen hatte das Regierungspräsidium umfangreiche Sanierungs- und Ertüchtigungsarbeiten in Auftrag gegeben, die Anfang 2019 begannen.

Am Mittwoch endlich Freigabe der Salierbrücke zwischen Speyer und Hockenheim (Foto: dpa Bildfunk, Uwe Anspach)
Am Mittwoch wird die Salierbrücke freigegeben Uwe Anspach

Geh- und Radweg auf der Salierbrücke jetzt sicherer

Für Fußgänger und Radfahrer ist die Brücke jetzt laut Regierungspräsidium Karlsruhe sicherer geworden. Vor der Sanierung war der Geh- und Radweg auf beiden Seiten jeweils mit niedrigen Beton-Begrenzungen abgetrennt gewesen. Die jetzt angebrachten Stahl-Schutzplanken verhindern, dass Radfahrer bei einem Sturz auf die Fahrbahn fallen können. Außerdem sind sie schlanker. Rad- und Gehweg werden dadurch breiter, dass das Brückengeländer jetzt seitlich und nicht wie früher auf der Brücke montiert ist. Insgesamt sind 25 Zentimeter mehr Platz auf jeder Seite.

Sanierung der Salierbrücke zwischen Speyer und Hockheimheim (Foto: Regierungspräsidium Karlsruhe)
Stahlschutzplanken statt niedriger Betonbegrenzungen Regierungspräsidium Karlsruhe

Salierbrücke wichtig für den Einzelhandel

Vor allem für die Speyerer Einzelhändler ist die Wiedereröffnung der Brücke ein Freudentag, denn gerade in der Vorweihnachtszeit sei es viel wert, dass Kunden von badischer Seite ohne große Umwege wieder den Weg nach Speyer finden, sagte der Vorsitzende des Speyerer Einzelhandels, Thomas Armbrust. Man habe im ersten Jahr der Brückensperrung im Weihnachtsverkauf 2019 - noch vor Corona - einen deutlichen Umsatz-Rückgang um 20 bis 25 Prozent verspürt. Jetzt hoffen die Geschäftsinhaber, dass es wieder anzieht.

Kein Brückenfest am Ende der Sanierung

Eigentlich sollte es von Speyerer Seite aus ein großes Brückenfest geben, mit rotem Teppich und allem Tamtam. Aber daraus wurde nichts. Das für die Sanierung zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe hat eine große Feier untersagt. Die Brücke sollte so schnell wie möglich für den Verkehr freigegeben werden. Stattdessen wird in Speyer mit einigen geladenen Gästen im kleinen Rahmen gefeiert.

Böse Überraschungen bei der Sanierung

Während der Sanierung hatte es immer wieder Überraschungen gegeben. Vor allem wurden überraschend Schadstoffe gefunden. So hatten zu Beginn Arbeiter Betonblöcke mit schwerem Gerät aufgesägt. Darin befanden sich aber Stoffe, die sich durch die Hitze der Schneidgeräte entzündeten. Einige Arbeiter kamen mit Verdacht auf Rauchgas-Vergiftung in ein Krankenhaus. Damit war klar: Diese Arbeiten werden deutlich aufwendiger.

Sanierung sehr viel aufwendiger

Vor allem an dem Betonteil der Salierbrücke auf badischer Seite war der Sanierungsaufwand erheblich. Der Beton wurde verstärkt und Rollenlager gegen neue Laher aus Stahl und Gummi ausgetauscht. Auch wurden Vorrichtungen an den Betonpfeilern angebracht - für spezielle Pressen. Mit diesen kann die Fahrbahn um wenige Zentimeter angehoben werden, so dass Lager in Zukunft sehr viel schneller ausgetauscht werden können.

Zudem wurde der Verkehrsknoten der B39, an dem Autofahrer in Richtung Altlußheim abbiegen, komplett umgebaut. Hier hatte es in der Vergangenheit oft Stau gegeben.

Brückensanierung kostet mehr als 28 Millionen Euro

Unter anderem wegen den Schadstoffbelastungen und zusätzlichen Verstärkungsarbeiten der Fahrbahn hatten sich die Gesamtkosten von ursprünglich 16,7 Millionen Euro auf rund 28,7 Millionen Euro erhöht. Der Verkehr wurde während der Sanierung auf die umliegenden Straßen umgeleitet.

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