Projekt wurde Politikern vorgestellt

Selbstfahrender Zug im Elmsteiner Tal

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Auf der Bahnstrecke zwischen Elmstein (Kreis Bad Dürkheim) und Lambrecht wird ein neuer Zug getestet - einer, der ohne Lokführer fährt. Das Projekt wurde am Montag in Elmstein vorgestellt.

In der Pfalz fährt ein führerloser Zug - LUCY genannt. Kein Grund zur Sorge: Hier wird bis 2023 der Zug der Zukunft getestet. Am Montagvormittag wurde der Zug in Elmstein nun Vertretern aus der Politik vorgestellt. Mit dabei war Arbeits- und Transformationsminister Alexander Schweitzer (SPD). "Zukunftsfähige Strukturen sind in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz von besonderer Bedeutung", sagte er vor der Vorstellung des Testzuges.

Testzug hat keinen Gegenverkehr

Der Testzug LUCY fährt seit Ende 2020 auf der Strecke zwischen Lambrecht und Elmstein - vielen ein Begriff, weil hier das "Kuckucksbähnel" fährt - ein Dampflokzug für nostalgische Touristen. Die Strecke wurde nach Angaben der Verantwortlichen ausgewählt, weil abgesehen von den Fahrten der Museumsbahn auf der Strecke kein Verkehr ist. Es entfällt somit das Risiko, dass ein Zug entgegenkommen kann.

Ein Monitor im selbstfahrenden Zug im Elmsteiner Tal, auf dem der Führerstand zu sehen ist (Foto: SWR)
Aktuell können auf Monitoren im Zug die Kamerablickwinkel für die Tests überschaut werden.

Test des Zugs unter schwierigen Bedingungen

Das Tal ist etwas abgelegen und die technischen Voraussetzungen - gerade was Internet- und Mobilfunk-Versorgung anbelangt, sind nicht ideal. Aber gerade das hat die Entwickler gereizt. Wenn die Tests in diesem Tal erfolgreich sind, dann klappt's auch woanders, heißt es von der verantwortlichen Firma Thales. Das Testfahrzeug dient als fahrendes Labor für nationale und internationale Digitalisierungs-Projekte, es wird zum Beispiel eine Technologie zur Positionsbestimmung eines Zuges erprobt.

Zug ohne Lokführer auf der Strecke Elmstein-Lambrecht (Foto: Thomas Kayser, Förderverein Kuckucksbähnel)
Technische Geräte, die Testzug LUCY im Schlepptau hat, um Messungen durchführen zu können. Thomas Kayser, Förderverein Kuckucksbähnel

Vision: Automatik-Züge für die Südpfalz

Thales hat die neue Technik entwickelt. Bei dem Termin in Elmstein war aber auch der Verkehrsverbund Rhein-Neckar dabei. Nach Angaben eines Sprechers gibt es im südlichen Rheinland Pfalz einige Strecken, wo ein automatischer Betrieb funktionieren könnte und es von Vorteil wäre. Man könnte Personal einsparen und könnte trotzdem in kürzeren Abständen fahren. An anderen Orten in der Pfalz werden ebenfalls autonome Fortbewegungsmittel erprobt. In Hambach fahren seit diesem Jahr zum Beispiel kleine autonome Elektrobusse. Sie transportieren Touristen hinauf zum Hambacher Schloss.

Elmstein

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Bis zum Einsatz in der Fläche könnte es noch Jahrzehnte dauern

Die Tests im Tal sind auf etwa drei Jahre ausgelegt, bis ins Jahr 2023. Bis auch in der Fläche Züge vollkommen autonom fahren, könne es noch Dekaden dauern, sagt Markus Fritz von Thales Deutschland. Das liege allerdings nicht alleine an der Technik: Unbeschrankte Bahnübergänge seien zum Beispiel ein großes Risiko und nur schwer vereinbar mit autonomen Schienenverkehr. Und bis die zurückgebaut worden sind, das könne dauern. Das ist auch ein Grund, warum sich das Elmsteiner Tal so gut für die Tests eignet: „Auf 13 Kilometer Strecke circa 13 Bahnübergänge – das ist eine Herausforderung für eine Technik, die selbstständig Hindernisse erkennen und bewerten soll.“

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