Im Einsatz gegen Stechmücken

Schnakenbekämpfer kontrollieren die Brutgebiete in der Pfalz

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Eigentlich ist in der Pfalz jetzt Stechmückenzeit. In diesem Jahr war es bislang trocken und die Schnakenbekämpfer mussten kaum ausrücken. Vielleicht hat der Regen an Pfingsten das geändert.

Schnakenbekämpfer in den Rheinauen bei Karlsruhe im Einsatz (Foto: SWR)
Die Schnakenbekämpfung erfolgte in diesem Jahr bisher vor allem zu Fuß.

Seit März sind die Schnakenbekämpfer der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) wieder aktiv gegen die Sumpfwald-Stechmücken entlang des Rheins, auch Rheinschnaken genannt. Aber auch die abseits des Rheins brütenden Waldstechmücken werden bekämpft. Zum Einsatz kommt dabei ein Eiweißkristall, das aus dem biologischen Wirkstoff B.t.i., dem bodenlebenden "Bacillus thuringiensis israelensis", gewonnen wird und die Brut der Schnaken abtötet.

Nur wenige Helikoptereinsätze

Nach Angaben der KABS gab es Mitte April Helikopter-Kurzflüge zu Brutstätten bei Wörth, Jockgrim und Hördt. Alle anderen Einsätze seien zu Fuß erfolgt. Insgesamt sei es bisher sehr trocken gewesen. Das seien Bedingungen, bei denen sich die Larven der Stechmücken nicht entwickeln.

Stechmücken brauchen Wärme und Nässe

Die Weibchen der Sumpfwald-Stechmücken legen ihre Eier im Bereich des Ufers von Gewässern ab. Steigt der Wasserspiegel an, werden die Eier von Wasser bedeckt. Und liegt die Temperatur dann noch über 10 Grad, dann schlüpfen die Larven, aus denen nach einigen Wochen dann Stechmücken werden.

Niederschlag an Pfingsten erhöht Stechmückenrisiko

Im April und Mai sind laut KABS weniger Larven als im Vergleichszeitraum der vergangenen Jahre geschlüpft. Nach den Regenfällen am Pfingstwochenende könnte das jetzt aber anders aussehen. "Unsere Gebietsleiter kontrollieren nun vor Ort, ob Gräben oder Senken durch höhere, lokale Niederschlagsmengen geflutet wurden", sagt eine Sprecherin der KABS.

Sie vermutet, dass die Regenmengen nicht ausgereicht haben, um größere Areale mit Mückeneiern entlang des Rheins zu fluten. Nur nach stärkeren Regenfällen kommen dann Helikopter auch großflächig zum Einsatz, um den Wirkstoff B.t.i. zu verteilen. "Es ist gut möglich, dass nur kleine Flächen zu Fuß behandelt werden müssen – falls überhaupt", so die Sprecherin weiter.

Seit 46 Jahren im Einsatz gegen Rheinschnaken

Die  Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) mit Sitz in Speyer wurde 1976 gegründet. Ihr gehören 97 Gemeinden und Landkreise sowie die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz an. In ihrem Auftrag bekämpfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KABS in der Oberrheinebene die Brutgebiete der Stechmücken mit dem biologischen Wirkstoff B.t.i..

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