Wegen Niedrigwasser ragen am Rhein bei Karlsruhe Maxau Buhnen aus dem Wasser (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck)

Ungewöhnlich wenig Wasser im Rhein

Wegen Niedrigwasser: Rheinfähre Altrip stellt Betrieb ein

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Das Niedrigwasser im Rhein macht den Betreibern der drei Fähren in der Pfalz zu schaffen. Sie bringen sowohl Berufspendler als auch Ausflügler über den Rhein. Zwei Fähren haben den Betrieb aber bereits eingestellt.

Die Fähren bei Altrip (Rhein-Pfalz-Kreis) und Leimersheim (Kreis Germersheim) haben ihren Betrieb wegen Niedrigwassers bereits eingestellt. In Neuburg (Kreis Germersheim) setzt die Rheinfähre "Baden-Pfalz" dagegen noch zum anderen Flussufer über. Wie lange das noch möglich ist, sei aber unklar, sagte der Betreiber der Fähre in Neuburg, Marc Freiwald, dem SWR.

Rheinfähre "Peter Pan" Leimersheim (Foto: A. Bohrer)
Die Rheinfähren in Leimersheim (siehe Bild) und Altrip haben ihren Betrieb wegen Niedrigwassers bereits eingestellt. A. Bohrer

Die Rheinfähre in Altrip musste ihren Betrieb am Mittwochmorgen einstellen, sagte Geschäftsführer Jürgen Jacob dem SWR. Der Grund: Die Fähre war im Rhein auf eine Kiesbank aufgelaufen. Dabei sei auch ein Antriebspropeller der Fähre beschädigt worden. Sie müsse jetzt repariert werden.

Altrip bleibt vorerst ohne Rheinfähre

Man habe gehofft, wenigstens noch am Wochenende Autos, Motorräder und Mopeds über den Rhein bringen zu können, so Jacob. Denn seitdem eine der Hochstraßen in Ludwigshafen gesperrt sei, nutzten vor allem am Wochenende bis zu 2.400 Kfz-Fahrer pro Tag die Fähre, um zum Naherholungsgebiet Blaue Adria zu kommen. Darauf müssen die Badener wohl bis auf Weiteres verzichten.

Warum kann Fähre bei Leimersheim nicht mehr fahren?

Die Rheinfähre in Leimersheim wird auch von der Familie Freiwald betrieben. Dass dort der Betrieb bereits vergangene Woche eingestellt werden musste, habe vor allem einen Grund, so Marc Freiwald. Die Rheinfähre "Peter Pan" in Leimersheim sei deutlich größer als die in Neuburg und liege deshalb auch tiefer im Wasser, nämlich 1,40 Meter tief, in Neuburg sei es nur ein Meter.

Zudem habe sich bereits vergangene Woche nachts im Rhein bei Leimersheim ein Containerschiff auf einer Kiesbank festgefahren. Das Risiko, dass das auch bei der Rheinfähre in Leimersheim passiert, sei deshalb zu hoch gewesen, so die Betreiber-Familie Freiwald. Denn dadurch könnten enorme Reparaturkosten entstehen.

Abgeladener Kies im Rhein sorgt für Probleme im Fährbetrieb

Ein Problem sei auch, dass regelmäßig bei Leimersheim der Kies verteilt werde, der auf der badischen Seite bei Iffezheim ausgebaggert werde. Dadurch solle die Strömung im Rhein verlangsamt werden, erklärt auch Fährbetreiber Jacob aus Altrip. Der Kies werde dann an anderer Stelle im Rhein entsorgt, meist im Uferbereich, wo sich ohnehin Kiesbänke befänden. Durch die Strömung würde er aber wieder im Rhein verteilt und sich dadurch immer wieder neue Kies- und Sandbänke bilden. Damit steige die Gefahr, dass sich die Fähren bei Niedrigwasser festfahren.

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Klimawandel: Ungewöhnlich niedriger Rheinpegel für August

Der Rheinpegel bei Maxau lag am Mittwoch bei 3,50 Meter. In Richtung Wochenende soll er zwar nochmals kurz etwas ansteigen, aber ab kommender Woche geht es laut Hochwasser-Vorhersage Baden Württemberg mit den Pegelständen steil bergab, denn Hitze und Trockenheit sollen anhalten.

So einen niedrigen Wasserstand im Rhein bereits im August habe er noch nicht erlebt, so Freiwald, der mit seinem Vater seit dem Jahr 2000 die beiden Fähren in Leimersheim und Neuburg betreibt. Normalerweise gäbe es solche Pegelstände erst im Oktober oder November.

Rheinfähre Neuburg (Foto: A. Bohrer)
Noch bringt die Rheinfähre bei Neuburg vor allem Radfahrer und Touristen ans badische Ufer. A. Bohrer

Das bestätigt auch der Geschäftsführer der Rheinfähre Altrip. Der Klimawandel bereite ihm Kopfzerbrechen, sagte Jacob. Wie hoch dadurch die Verluste für den Fährbetrieb sein werden, könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Fährbetreiber hofft, noch am Wochenende durchzuhalten

Marco Freiwald hofft, dass er den Fährbetrieb bei Neuburg zumindest noch bis zum Sonntagabend aufrecht erhalten kann. Denn die kleine Fähre in der Südpfalz finanziert sich vor allem dadurch, dass sie Ausflügler und Fahrradfahrer an den Wochenenden über den Rhein bringt. Und für das kommende Wochenende habe sich eine Radfahrergruppe aus Wörth (Kreis Germersheim) mit 450 Teilnehmern angekündigt und dafür extra mehrere Sonderfahrten gebucht.

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SWR