Erkenbert-Museum restauriert Flut-geschädigte Kunstwerke (Foto: SWR)

Bei Flutkatastrophe beschädigt

Frankenthal: Erkenbertmuseum restauriert Gemälde aus Ahrtal

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AUTOR/IN
Irmgard Reißinger

Das Erkenbert-Museum in Frankenthal wird sieben Gemälde restaurieren, die im Juli bei der Flutkatastrophe im Ahrtal stark beschädigt wurden. Die beauftragte Restauratorin hat die Kunstwerke bereits ausgepackt.

Viele Emotionen bei der Vorstellung des Hilfsprojekts

Tränen der Rührung stiegen der Leiterin des Stadtmuseums Bad-Neuenahr-Ahrweiler in die Augen, als sie sich in Frankenthal für die angebotene Hilfe bedankte. Die Gemälde-Restauratoren des Erkenbert-Museums werden sieben bei der Flutkatastrophe in Bad Neuenahr-Ahrweiler gerettete Kunstwerke wieder herrichten, sodass sie wieder ausgestellt werden können. 

Erkenbert-Museum restauriert Flut-geschädigte Kunstwerke (Foto: SWR, Irmgard Reißinger)
von links nach rechts: Maria Lucia Weigel (Erkenbert Museum), Joanna Bella (Restauratorin), Bettina Scheeder (Museumsverband RLP), Heike Wernz-Kaiser (Stadtmuseum Bad Neuenahr-Ahrweiler) Irmgard Reißinger

So hilft Frankenthal

Die Sieben Gemälde wurden kürzlich ins Frankenthaler Erkenbert-Museum gebracht und auf ihren Zustand begutachtet. Bei vielen ist unter der grauen Schlammschicht kaum mehr Farbe oder Motiv zu erkennen. Bei einem Gemälde wurde die empfindliche Bildoberfläche mit Pergamentpapier abgedeckt, damit sie nicht abbröselt. Es handelt sich um Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus dem 20. Jahrhundert, die mit dem Ahrtal und der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler verbunden waren. "Wir können Expertise und Hilfestellung bieten“, so die Leiterin des Erkenbert-Museums Maria Lucia Weigel. Denn das Museum verfüge auch über eine erfahrene, hoch qualifizierte Gemälde-Restauratorin.

Ein großes Dankeschön aus dem Ahrtal

Die Leiterin des Stadtmuseums Bad-Neuenahr-Ahrweiler, Heike Wernz-Kaiser stellte sich nach der Flutnacht wie eine Löwin vor das Ahrtal-Kulturgut, beschütze es, sodass es fachgerecht gerettet werden konnte. 

"Danke“, sagte die Ahrtal-Museumsleiterin gerührt, als sie bei der Präsentation der aktuellen Hilfsaktion über die anstrengenden zurückliegenden Wochen sprach: "Wir hätten es alleine nicht schaffen können, die Netzwerkarbeit mache es möglich, dass wir über Zukunft nachdenken können“. Die länderübergreifende Hilfe und Solidarität sei "atemberaubend“.

Was war geschehen? 

In der Katastrophennacht vom 14. auf den 15. Juli wurde das Depot des Stadtmuseums von der Ahr geflutet. Die Sturzflut sprengte die Türen, wirbelte die eingepackten Kulturgüter durcheinander: Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Möbel und Archäologische Funde versanken in schmutzigem Wasser und Schlamm. Bei der länderübergreifenden Rettung von etwa 70 Prozent der Sammlungsbestände kooperierten unter anderem das ZKM Karlsruhe, der Museumsverband Rheinland-Pfalz, Feuerwehren, THW und zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer sowie Sponsoren.

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