Menschen tanzen in einem Club. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sophia Kembowski)

Ärger um 70.000 Euro-Zuschuss der Stadt

Blies-Festival in Ludwigshafen: Kulturdezernentin weist Vorwürfe zurück

STAND
AUTOR/IN

Die Kulturdezernentin von Ludwigshafen Cornelia Reifenberg (CDU) hat im Kulturausschuss der Stadt erneut Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätte ihren Sohn begünstigt. Der ist am Blies-Festival beteiligt, das am Wochenende stattfindet.

Anlass der Kritik ist das von der Stadt geplante Blies-Festival am Samstagabend in Ludwigshafen. Das findet am Badesee Blies unter freiem Himmel statt - international bekannte DJ's legen dort für Techno-Fans auf. Insgesamt sollen 1.700 Konzertbesucher erlaubt sein. Dazu wurde auch ein spezielles Corona-Schutzkonzept erarbeitet und die Aufsichtsbehörden haben eine Sondergenehmigung wegen des erwarteten Lärms erteilt.

Doch dann tauchten kritische Medienberichte über den Sohn von Kulturdezernentin Reifenberg auf. Er sei an den Vorbereitungen beteiligt und würde so möglichweise von der Veranstaltung profitieren, die seine Mutter politisch zu verantworten hat, hieß es. Die Stadt plant mit Kosten von 160.000 Euro, abgezogen werden dann aber noch einmal die Einnahmen des Festivals, so dass die Stadt voraussichtlich mit insgesamt 70.000 Euro an Zuschüssen rechnet. Im Kulturausschuss der Stadt hat sich die Politikerin nun gegen die Vorwürfe gewehrt.

Reifenbergs Sohn hat unentgeltlich die Stadt beraten

In einem längeren Vortrag im Ausschuss stellte Cornelia Reifenberg jetzt ihre Sicht der Dinge dar. Sie sagte, Sohn habe als erfahrener Kenner der Techno-Szene seine Fachkenntnisse kostenlos zur Verfügung gestellt. Es habe keinen Beratervertrag mit ihm gegeben und er habe kein Honorar dafür bekommen. Auch in keiner anderen Hinsicht würde ihm ein Vorteil daraus entstehen, dass er die Stadt bei den Planungen des Festivals unentgeltlich beraten hat.

"Es ärgert mich, dass so eine Veranstaltung, die jungen Leuten endlich eine Möglichkeit bieten soll, wieder gemeinsam zu feiern, wegen dieser Verdächtigungen und Unterstellungen in die Kritik geraten ist."

Blies-Festival mit 160.000€ im Kulturhaushalt eingeplant

Weil die Stadt Ludwigshafen keine eigenen Experten im Musikbereich Techno hat, wurde ein Projektteam aus externen Künstlern zusammengestellt. Reifenbergs Sohn war nicht Teil des Projektteams. Dieses Team hat das Blies-Festival eigenverantwortlich geplant und vorbereitet und mit den Künstlern Verträge abgeschlossen. Leiter dieses Projektsteams ist ein Künstler, der ein Plattenlabel betreibt. Mit ihm hat die Stadt einen Vertrag abgeschlossen. Auf das Konto seiner Plattenfirma wurde der städtische Zuschuss überwiesen und nicht auf ein Konto des Vorbereitungsteams.

Reifenberg begründete dies, indem sie sagte, dieses Team sei keine juristische Person und dürfe deshalb kein eigenes Bankkonto unterhalten. Die Überweisung auf ein Konto des Teamleiters sei deshalb eine Notlösung gewesen. "Spender oder Förderer konnten für das Blies-Festival wegen den Corona-Bedingungen keine gefunden werden", erklärt Reifenberg die Unterstützung der Stadt.

Nicht alle Fragen konnten im öffentlichen Ausschuss geklärt werden

Wie genau die Verträge zwischen der Stadt und dem Verantwortlichen des Projekt-Teams, das wollte Bürgermeisterin Reifenberg im Ausschuss nicht erläutern. Der Datenschutz und die Rechte Dritter könnten durch die Veröffentlichung berührt werden. Deshalb sollen diese Sachverhalte jetzt in einem nicht-öffentlichen Ausschuss behandelt werden.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende David Guthier ist mit dem Ergebnis der Sitzung nicht zufrieden. Zwar glaubt er nicht, dass die Bürgermeisterin ihren Sohn vorsätzlich begünstigt hat, dennoch bleiben für ihn viele unbeantwortete Fragen offen. Auch die widersprüchlichen Angaben aus der Verwaltung konnten nicht geklärt werden, so Guthier. "Cornelia Reifenberg ist gut beraten jetzt alles auf den Tisch zulegen."

Testpflicht auf Blies-Festival

Das Blies-Festival sollte bereits letzten Jahr stattfinden und wurde wegen Corona abgesagt. In diesem Jahr dürfen 1.700 Besucher teilnehmen - statt wie geplant 5.000.

Alle Besucher, darunter auch an Corona genesene oder Geimpfte, müssen sich auf das Corona-Virus testen lassen. Ungeimpfte und Nicht-Genesene müssen sich außerdem noch vor Ort erneut testen lassen und dazu in eine Testschleuse vor Ort gehen.

Dazu gibt es auf dem ganzen Festival insgesamt drei Tanzbereiche. In jeden Bereich dürfen nach Angaben der Organisatoren rund 600 Menschen tanzen. Das Festival sei fast ausverkauft. Zum Lineup gehören unter anderem der bekannte Künstler aus Kanada Mathew Jonson und die Berlinerin Dr. Rubinstein.

Dezernentin von Ludwigshafen wehrt sich gegen Vorwurf der Begünstigung

70.000 Euro Förderung "Blies-Festival" Ludwigshafen: Ärger um 70.000 Euro-Zuschuss der Stadt

Ludwigshafens Kulturdezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) wehrt sich gegen den Verdacht, sie hätte ihren Sohn mit städtischen Zuschüssen begünstigt. Anlass ist eine geplante Musikveranstaltung.  mehr...

Ludwigshafen

Promis kommen trotz Corona-Auflagen 300 Stars beim Festival des deutschen Films

Das Festival des deutschen Films rollt den roten Teppich aus. Nach Angaben der Festivalmacher werden 300 Schauspieler und Stars auf der Ludwigshafener Parkinsel erwartet.  mehr...

Ludwigshafen

Bjarne Mädel, Claudia Michelsen und Co Ludwigshafen: Wie fanden die Stars das Festival des deutschen Films?

Bjarne Mädel genoss es, wieder in kurzen Hosen auf die Parkinsel zu kommen, Schauspielerin Hannelore Hoger und Tochter Nina lobten die lockere Atmosphäre - und was sagte die anderen Stars?  mehr...

STAND
AUTOR/IN