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Die SPD hat in Rheinland-Pfalz die Landtagswahl laut Hochrechnungen von ARD und ZDF klar gewonnen, während die CDU deutliche Verluste hinnehmen muss. So reagieren die Politiker aus der Süd- und Vorderpfalz darauf.

CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf hat die Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz offen eingestanden. "Es ist kein schöner Abend. Aber wenn es nur schöne Abende gäbe, wäre es auch nicht in Ordnung. Wir geben alles, dass wir eine starke Opposition bilden", kündigte Baldauf aus dem Wahlkreis Frankenthal am Sonntag an. Bereits in den vergangenen fünf Jahren seit der letzten Wahl hat in Rheinland-Pfalz eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) regiert.

"Die Wähler haben entschieden, wir werden uns danach richten. Wir akzeptieren und respektieren das. Ich werbe dafür, nicht den Kopf hängen zu lassen." 

CDU-Spitzenkandidat Christian Baldauf

"Es ist noch keine vier Wochen her, da waren die Umfragen völlig anders", sagte Baldauf. Es sei seither "einiges dazwischengekommen, was uns keinen Rückenwind verschafft hat".

Baldauf schließt schnelle persönliche Konsequenzen aus

Baldauf hat schnelle persönliche Konsequenzen nach der Wahlniederlage ausgeschlossen. "Personell werden wir zunächst mal nichts verändern", sagte er. Aber Baldauf kündigte eine gründliche Analyse der Niederlage an. "Es war ein von Corona geprägter Wahlkampf, der natürlich auch eine Omnipräsenz der Regierenden mit sich gebracht hat", sagte er. Dies gelte es, nun auszuwerten. Außerdem könnte der hohe Anteil von Briefwählern aus seiner Sicht dazu beigetragen haben, dass die CDU so schlecht abgeschnitten hat.

Spiegel: "Klarer Regierungsauftrag" für die Grünen

Nach den ersten Hochrechnungen sieht die Spitzenkandidatin der rheinland-pfälzischen Grünen, Anne Spiegel, einen "klaren Regierungsauftrag" für ihre Partei und für "konsequenten Klimaschutz". Den werde man "natürlich ergreifen, um konsequenten Klimaschutz umsetzen zu können", sagte die 40-Jährige aus dem Wahlkreis Speyer am Sonntagabend. Spiegel verwies darauf, dass die Grünen von den drei Regierungsparteien der Ampel-Koalition die größten Zugewinne verbuchen konnten. "Dieser Geist der Geschlossenheit, der hat uns getragen. Wir haben Zuspruch gekommen für das Thema des Klimaschutzes", sagte Spiegel.

OB von Ludwigshafen: Ansehen von Malu Dreyer entscheidend

Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) sagte in einer ersten Reaktion auf den sich abzeichnenden Wahlsieg ihrer Partei, dass die Menschen mit der Arbeit der Landesregierung offenbar zufrieden seien. Auch das Ansehen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer sei entscheidend gewesen. Steinruck rechnet damit, dass die Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz nun eine Chance auf eine Fortsetzung hat. Sie selbst müsse die Interessen der Stadt vertreten, mache aber die Erfahrung, dass sie mit Ludwigshafener Themen bei der Landesregierung Gehör finde.

CDU-Landtagsabgeordneter Herber hat "gezittert"

"Ich bin patschnass geschwitzt", sagte der Landtagsabgeordnete Dirk Herber (CDU) am Sonntagabend dem SWR. Er habe mit seiner Frau und seinen Kindern "vor dem Fernseher gezittert". Nun steht aber fest, dass er für seinen Wahlkreis Neustadt an der Weinstraße erneut in den rheinland-pfälzischen Landtag einziehen wird.

Bei den ersten Landeswahlergebnissen hätte er einen "dicken Kloß im Hals gehabt". Deshalb sei er froh, dass er am Ende die Bürgerinnen und Bürger von Neustadt überzeugen habe können. "Wir haben es in vielen Landkreisen geschafft, die Leute von uns Kandidaten zu überzeugen", sagte Herbert. "Jetzt müssen wir daran arbeiten wieder, dass wir als Kandidaten auch unsere Partei repräsentieren. Das wir zeigen: Ich bin nicht nur der Dirk Herber, ich bin auch die CDU."

Hinter Spitzenkandidat Baldauf steht Herber nach wie vor: "Wir hätten uns als rheinland-pfälzische CDU keinen besseren Spitzenkandidaten wünschen können." Er habe einen "super Job gemacht" und an ihm habe das schlechte Ergebnis sicher nicht gelegen.

Germersheimer Abgeordneter gewinnt mit fünf Stimmen Vorsprung

"Sehr aufgeregt" war auch Markus Kropfreiter (SPD) aus dem Wahlkreis Germersheim. Er habe permanent die Ergebnisse verfolgt. "Am Anfang lag ich relativ weit vorne und am Ende habe ich dann fünf Stimmen mehr gehabt", sagte Kropfreiter am Sonntagabend dem SWR.

SPD in Rheinland-Pfalz nach neusten Hochrechnungen vorne

Die SPD um Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat nach den neusten Hochrechnungen die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz klar gewonnen. Die CDU und ihr Spitzenkandidat Christian Baldauf müssen hingegen mit dem bisher schlechtesten Ergebnis rechnen. Damit könnte die seit 2016 regierende Ampel-Koalition der Sozialdemokraten mit FDP und Grünen weitermachen. Fraglich ist, ob die Freien Wähler erstmals den Einzug in den Mainzer Landtag schaffen - mit ihnen wären dort künftig sechs Parteien vertreten.

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