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Bund und Länder hatten sich beraten und die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hat jetzt ihren neuen Fahrplan zum Corona-Lockdown vorgestellt. Der uneinheitliche Kurs stößt in der Pfalz auf Kritik.

Politik

Mit teilweise deutlicher Kritik haben Landräte und Oberbürgermeister in der Pfalz auf die Beschlüsse reagiert. Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch bezeichnete die Ergebnisse als „ernüchternd“. Er forderte verstärkte Schulsozialarbeit, um die sozialen Folgen der Pandemie abzufedern. Außerdem müsse es Hilfsprogramme für die Innenstädte geben. Dem stimmte der Landrat im Kreis Bad Dürkheim, Hans-Ulrich Ihlenfeld zu. Er und sein Amtskollege Dietmar Seefeldt im Kreis Südliche Weinstraße begrüßten, dass Friseurbetriebe ab März wieder öffnen können. Seefeldt forderte außerdem eine Perspektive für Breitensport und die Vereine. Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler vermisst konkretere Schritte und einen Stufenplan. Gleiches gilt für Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel. Er begrüßt nach eigenen Angaben aber, dass die Grundschulen bald in den Wechselunterricht gehen.

Wirtschaft

Die Wirtschaft in der Vorder- und Südpfalz reagiert unterschiedlich auf die Ergebnisse der Bund-Länder-Beschlüsse. Die IHK-Pfalz fordert ein klares Konzept für die Metropolregion Rhein-Neckar. Für diesen Ballungsraum seien unkoordinierte Lockerungen besonders schwierig, weil hier drei Bundesländer aneinandergrenzen, so der Hauptgeschäftsführer der IHK-Pfalz, Tibor Müller.

Wenn einzelne Länder oder Städte beispielsweise die Geschäfte bei einem bestimmten Inzidenzwert wieder öffnen und andere nicht, hätte das einen Shopping-Tourismus zur Folge. Die IHK Pfalz fordert deshalb ein klares Öffnungsdatum für alle Händler.

Friseurin in leerem Geschäft (Foto: SWR)
Friseure hoffnungsvoll, wieder ab März öffnen zu dürfen (Symbolbild)

Die Friseur-Innungen in der Vorder- und Südpfalz freuen sich, dass die Friseurläden am 1. März wieder öffnen zu können. Unklar seien aber aktuell noch die Vorgaben, etwa bei der Anzahl der zugelassenen Kunden pro Quadratmeter. Falle diese Regelung zu streng aus, hätten viele kleine Friseurläden erhebliche Probleme bei der Umsetzung.

Schulen

Die Lehrer in der Vorder- und Südpfalz reagieren unterschiedlich auf den angekündigten Unterrichtsbeginn in den Grundschulen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte angekündigt, dass der Wechselunterricht am 22. Februar wieder starten soll.

Nach Angaben der Rektorin der Pestalozzischule in Landau kommt die Öffnung der Grundschulen zu früh. Der digitale Fernunterricht würde mittlerweile gut funktionieren. Die Kinder hätten sich in den vergangenen Wochen an die neuen Strukturen gewöhnt. Der Wechselunterricht würde die Grundschüler nun wieder vor neue Herausforderungen stellen. Außerdem hätten einige Lehrer Angst, sich im Präsenzunterricht mit der Mutation des Corona-Viruses anzustecken.

Die Rektorin der Luitpoldschule in Ludwigshafen hingegen begrüßt die Entscheidung der rheinland-pfälzischen Regierung. Gerade für Grundschüler sei der direkte soziale Kontakt zu Lehrern und Mitschülern wichtig. Durch die Hygieneauflagen sei das Risiko äußerst gering, sich im Unterricht anzustecken.

Rheinland-Pfalz

Pressekonferenz zu Corona-Beschlüssen Dreyer: Die Rheinland-Pfälzer müssen noch durchhalten

Die Grundschulen in Rheinland-Pfalz starten am 22. Februar in den Wechselunterricht. Weitere Öffnungen gibt es zunächst nur für Friseure. Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) appelliert an die Menschen, weiter durchzuhalten.  mehr...

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