Auf einem Tisch im gericht liegen Akten (Foto: dpa Bildfunk, Silas Stein)

Landgericht Frankenthal

Prozessbeginn: Tödliche Attacke mit Armbrust in Waldsee

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Das Landgericht Frankenthal hat am Donnerstag mit dem Prozess über ein Tötungsdelikt begonnen, bei dem eine Armbrust als Tatwaffe eingesetzt worden ist. Dem 51 Jahre alten Angeklagten wird Mord vorgeworfen.

Der Mann soll im Februar in eine Kfz-Werkstatt in Waldsee (Rhein-Pfalz-Kreis) eingedrungen sein und ohne Vorwarnung zwei Schüsse mit der Armbrust auf den Besitzer des Betriebs abgegeben haben. Anschließend soll er das schwerverletzte Opfer mit einem Seil und einer Plastiktüte erdrosselt haben.

Grund für den Angriff war laut Staatsanwaltschaft ein Streit über einen Autoverkauf. Außerdem soll der Angeklagte vermutet haben, das Opfer habe eine Frau geschlagen. Aber wie diese Frau in Zusammenhang mit Täter und Opfer steht, und warum es Streit um das Auto gab – das sei noch unklar.

Angeklagter will auspacken

Der angeklagte Mann schweigt zu den Vorwürfen. Er wolle aber ausführlich berichten, sagte der dem Vorsitzenden Richter. "Ich hab ´ne Menge zu sagen – es gibt viel zu erzähle", erklärte er wörtlich. Dies wolle er im weiteren Verlauf des Prozesses machen.

Armbrust-Prozess Frankenthal  (Foto: SWR)
Der 52-jährige Angeklagte und sein Anwalt Hans Böhme warten auf den Prozessbeginn.

Im Prozessauftakt wurde am Donnerstag nur die Anklageschrift verlesen, die weitere Details zur Tat aufzeigte. Wie der SWR-Gerichtsreporter berichtet, muss der mutmaßliche Täter sehr gezielt vorgegangen sein bei seiner Tat und auch sehr kaltblütig gewesen sein, denn er habe versucht, die beiden Armbrustbolzen, die im Körper des Opfers steckten, zu entfernen. Einen habe er laut Anklage herausbekommen, den zweiten aber nicht, der steckte zu fest. Dieser Armbrustbolzen war für die Kripo eine erste Spur zu dem Verdächtigen.

Der Angeklagte: Sportschütze mit Armbrusterfahrung

Nachdem sie im Körper des Opfers den Armbrustbolzen entdeckt hatten, haben sie die Mitglieder der Sportschützenvereine aus der Region überprüft.Der 51-jährige Tatverdächtige war Mitglied in einem Sportschützenverein und hat dort auch Wettkämpfe mit einer Armbrust bestritten.

Das Opfer: international anerkannter Autoexperte

Der 64-Jährige Werkstattbesitzer hatte international einen Ruf als Autoexperte: Er hatte sich darauf spezialisiert, Oldtimer detailgetreu nachzubauen. Seine Modelle waren in der Szene heiß begehrt.

Prozess könnte erst im Dezember enden

Der Prozess wird am 19. August fortgesetzt. Für den Mordprozess in Frankenthal sind neun Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht hat über 60 Zeugen geladen, und der Vorsitzende Richter geht davon aus, dass das Verfahren mindestens bis Dezember dauert, vielleicht auch bis ins neue Jahr.

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