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Tausende Bauern protestieren am Freitag bundesweit gegen die Agrarreform der Bundesregierung. Darunter auch Pfälzer Bauern, die exzessiv Gemüse und Wein anbauen. Aber stehen sich Landwirte und Umweltschützer tatsächlich unversöhnlich gegenüber? Wir haben nachgefragt.

Christian Deyerling ist Gemüsebauer in Haßloch (Kreis Bad Dürkheim). Auf 50 Hektar Ackerfläche baut er Gemüse wie Spargel, Zucchini, Kohlrabi, Erbsen und Frühkartoffeln an. Dem Agrarpaket der Bundesregierung steht er skeptisch gegenüber.

Bundesregierung: Weniger Dünger, kaum Pestizide

Die Bundesregierung will weniger Dünger, weniger bis gar kein Pestizide und mehr Tierwohl erreichen. Das würde aber nicht nur die Landwirte, sondern auch die Verbraucher treffen, sagt Gemüsebauer Deyerling. Ohne Pflanzenschutzmittel gehe es kaum in der Landwirtschaft, sagt der Bauer. Die Pflanzen bekommen so laut Deyerling nicht die nötigen Nährstoffe:

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Trotzdem ist auch Deyerling überzeugt, dass sich in Sachen Naturschutz und Landwirtschaft etwas ändern muss – aber nicht allein auf Kosten der Bauern. Die bauern seien bereit, mit allen Nichtregoerungsorganisationen (NGOs) sprechen und mithelfen, eine Lösung zu finden. "Aber nicht über die Köpfe der bauern hinweg", sagt der Pfälzer.

BUND hat Verständnis für Bauern-Protest

Der Bund für Umwelt und Naturschutz kämpft eigentlich für eine Agrarwende und ökologischen Landbau. Holger Schindler ist Kreisvorsitzender des Bundes für Umwelt und Natur (BUND) in der Pfalz. Er sieht sich nicht als Gegner der Landwirte. Im Gegenteil, er hat Verständnis für deren Protest. Man könne den Bauern nicht alleine die Schuld an den negativen Folgen der Landwirtschaft für die Umwelt in die Schuhe schieben. Die Hauptverantwortung  sieht er bei den Politikern.

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Dass es nicht so weiter gehen kann, wie bisher – das ist sowohl den Landwirten als auch den Umweltschützern klar.

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