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Die Ergebnisse des Bund-Länder-Treffen geben keine Hoffnung für eine normale Öffnung von Ferienwohnungen, sowie Hotel- und Gastronomiebetrieben in der Pfalz. Nun gibt es erste Reaktionen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs haben neue Corona-Maßnahmen beschlossen. Klar ist schon jetzt: Der Lockdown wird verlängert. Vor allem über Ostern sollen die Maßnahmen verschärft werden.

Was das konkret für die Vorder-und Südpfalz bedeutet hat die Minterpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer (SPD) am Dienstagvormittag bekanntgegeben.

Auswirkungen der Beschlüsse für die Gastro

Auch die Hoffnung in der Pfalz war groß, dass die Gastronomie wieder öffnen darf. Doch nun setzt Ernüchterung ein. In Rheinland-Pfalz darf ab Montag lediglich die Außengastronomie wieder öffnen - und das auch nur unter strengen Auflagen. Zudem gilt das nur für Kreise oder Städte mit vergleichsweise niedriger Inzidenz.

Besucher müssen einen negativen Schnelltest vorweisen heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung. Außerdem dürfen nur für maximal fünf Menschen aus höchstens zwei Hausständen zusammensitzen.

Reaktionen aus Neustadt

Für die Stadt Neustadt bedeutet der Lockdown über Ostern einen Rückschlag bei allen Bemühungen. Die Stadt bewirbt sich seit einiger Zeit als Modell-Region: Ähnlich wie Tübingen sollen Gastronomie und Einzelhandel mit einer intensiven Test-Strategie öffnen können. Noch ist aber unklar, ob die Stadt die Erlaubnis dafür bekommt. Nach Angaben eines Sprechers wurden bereits 70 Gastronomen geschult, auch selbst Corona-Schnelltests bei Gästen vornehmen zu können.

Neustadter OB Weigel - Osterregelung nicht nachvollziehbar

Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel versteht den Beschluss der Ministerkonferenz nicht. Die Osterregelung sei schwer nachzuvollziehen:

Bereits am Gründonnertag muss alles geschlossen werden. Warum sind dann aber am folgenden Samstag Supermärkte wieder offen? Das wird zu einem Riesenansturm führen.

Marc Weigel - Oberbürgermeister Neustadt an der Weinstraße

Weigel fühlt sich als der Überbringer von schlechten Nachrichten. Die Wiedersprüche, die sich aus dem neuen Maßnahmen-Katalog ergeben, seien nicht aufzulösen. Es werde zu wenig mit den Kommunen gesprochen, wie das alles umgesetzt und vermittelt werden soll. Er befürchte auch, dass das Konzept für Ostern nicht wirklich bis zu Ende gedacht wurde.

Hintergrund zu Pilotprojekt - Schnelltests in Gastro

Die Stadt Neustadt hatte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz ein Pilotprojekt ins Leben gerufen und Schulungen für Gaststätten und Hotelmitarbeiter angeboten. Etwa 90 Hotel- und Gaststättenbetreiber wurden darin geschult, Corona-Schnelltests bei ihren künftigen Gästen durchzuführen. Dabei haben die Gastronomen nicht nur gelernt, wie sie die Schnelltests handhaben müssen, sondern beispielsweise auch, was bei Hygiene und beim Datenschutz zu beachten sei.

Neustadter Gastronom erklärt das Konzept

Auch der Neustadter Gastwirt Helmut Glas war bei einer solchen Schulung dabei. Die Idee ist, dass die Gastwirte ihre Gäste künftig kostenlos beispielsweise in einem Pavillon auf das Corona-Virus testen. Wenn der Test negativ ist, dürften die Gäste dann das Lokal betreten. Positive Testergebnisse würden die Gastronomen dann an das Gesundheitsamt weiterleiten. Gastwirt Helmut Glas hofft, dass sich das Konzept durchsetzt.

Durch die Tests in den Restaurants und Hotels würden auch die Testzentren in Neustadt entlastet. Die Schnelltests sollen kostenlos sein. Bislang sieht es so aus als sei auch bei den geschulten Gastwirten lediglich eine Außengastronomie erlaubt.

Enttäuschte Besitzerin von Ferienwohnung

Claudia Rohde ist die Inhaberin der Ferienwohnung Haus Kapellenberg in Neustadt-Gimmeldingen. Die Pfälzerin hatte die Hoffnung, dass auf Grund der relativ niedrigen Inzidenzwerte in Rheinland-Pfalz eine Vermietung ihrer Ferienwohnung über Ostern möglich sei. Nun die Ernüchterung. Vor allem aber ärgert sich die Neustadterin darüber, dass Urlaub ins Ausland schon wieder möglich sei, und das sogar ohne anschließende Quarantäne, so die Claudia Rohde.

Keine Hoffnung für Hotels

Martina Berwing ist die Geschäftsführerin des Gartenhotels Heusser in Bad Dürkheim. Seit Tagen hatte sie Frage beschäftigt, ob sie alle Vorbereitungen noch rechtzeitig hinbekommt, wenn die Hotels tatsächlich wieder öffnen dürfen. Seit etwa fünf Monaten ist das Bad Dürkheimer Hotel geschlossen.

Leben mit der Ungewissheit

Aber das sind nicht die einzigen Gründe, warum Martina Berwing in manchen Nächten nicht schlafen konnte. Viel schlimmer sei die Ungewissheit darüber, ob sie ihr Hotel vor Ostern überhaupt aufmachen darf. Nun ist klar: es besteht keine Hoffnung für eine schnelle Öffnung.

"Eine Perspektive mit einem Tag X, das wäre das, was wir brauchen."

Martina Berwing - Gartenhotel Heusser/ Bad Dürkheim
Gartenhotel Heusser Bad Dürkheim  (Foto: SWR)
Martina Berwing hofft auf eine Öffnungsperspektive für ihr Hotel in Bad Dürkheim

Nun ist klar: Es besteht keine Hoffnung für eine schnelle Öffnung.

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