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Der Bundestag hat die Einführung einer Widerspruchslösung für Organspenden klar abgelehnt. Der Vorschlag, nach dem jeder Mensch bis auf Widerruf als Spender gelten soll, fand keine Mehrheit. In der Pfalz fallen die Reaktionen unterschiedlich aus.

Die Bundestagsabgeordneten hatten am Donnerstag die Wahl zwischen zwei Vorschlägen: Bei der doppelten "Widerspruchslösung" sollten alle Bürger automatisch als Spender gelten, wenn sie zuvor nicht aktiv widersprochen haben. Bei der "Entscheidungslösung", für die am Ende gestimmt wurde, sollen Bürger bei Arztbesuchen, Ausweisverlängerungen und Behördengängen um eine Entscheidung gebeten und daran erinnert werden.

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Kirchenpräsident Schad begrüßt die Entscheidung

Der Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer, Christian Schad, begrüßte die Entscheidung des Bundestags. Die Zustimmungslösung achte die Unantastbarkeit der Menschenwürde, sagte Schad. Die Organspende bleibe damit eine bewusste, freiwillige Entscheidung und werde nicht durch den Staat erzwungen.

Transplantationsexperte bedauert

Der Leiter des Transplantationszentrums am Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern, Thomas Rath, hingegen bedauert die Entscheidung des Bundestags hingegen - sie nehme vielen Menschen die Chance auf ein Spenderorgan. Er hätte sich die Widerspruchslösung gewünscht.

Organspende (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Daniel Maurer/dpa)
picture alliance/Daniel Maurer/dpa

9.000 Menschen brauchen Spenderorgan

9.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Der abgelehnte Entwurf einer Gruppe um Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den SPD-Politiker Karl Lauterbach sah als sogenannte Widerspruchsregelung vor, jeden zum Organspender zu machen, der zu Lebzeiten nicht ausdrücklich etwas anderes festgelegt oder seinen Angehörigen mitgeteilt hat.

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