Unfallstelle von dem tragischen Verkehrsunfall mit drei Toten am 19.09.20 bei Weisenheim am Berg mit Gedenkkreuzen und Kerzen (aufgenommen am 22.09.2020) (Foto: SWR)

Von Tempo 100 auf Tempo 70

Nach tödlichem Unfall: Tempo 70 auf Kreisstraße zwischen Weisenheim am Berg und Kirchheim

STAND

Auf der Straße, auf der vor einem Jahr zwei Frauen und ein Kind starben, soll Tempo 70 eingeführt werden. Der mutmaßliche Unfallfahrer soll laut Gutachten zu schnell unterwegs gewesen sein.

Wie der Bad Dürkheimer Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) mitteilt, haben sich die Verantwortlichen, nachdem das Gutachten zum Unfall vorlag, dazu entschieden die Strecke genauer anzusehen.

Tempo 70 statt Tempo 100

Nach der Besichtigung sei man zu dem Entschluss gekommen, dass auf der Strecke eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde eingerichtet werden soll. Diese soll in den nächsten Wochen angeordnet und eingerichtet werden.

Drei Menschen starben bei Unfall bei Kirchheim

Bei dem schweren Verkehrsunfall auf der Kreisstraße zwischen Weisenheim am Berg und Kirchheim waren im September 2020 eine 31 Jahre alte Mutter, ihr einjähriger Sohn und eine 27 Jahre alte Freundin auf dem Beifahrerseitz gestorben. Ein Baby wurde bei dem Unfall verletzt. Auch der mutmaßlichen Unfallverursacher und sein Beifahrer erlitten damals Verletzungen. Diese waren mit einem Jaguar unterwegs.

Gutachten stellte fest: Unfallverursacher muss zu schnell unterwegs gewesen sein

Das Gutachten zu dem Unfall war mit Spannung erwartet worden und sollte Auskunft darüber geben, wie es zu dem Unfall kam. Haben technische Mängel dazu geführt oder könnte der Unfallverursacher zu schnell unterwegs gewesen sein? Das Gutachten stellte laut Staatsanwaltschaft Frankenthal fest, dass es weder an dem Jaguar des Unfallverursachers noch an dem Wagen der Todesopfer technische Mängel gab.

Während sich die 31 Jahre alte Fahrerin an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 Stundenkilometern gehalten habe, sei der Jaguarfahrer mit mindestens 140, vielleicht sogar 150 Stundenkilometern unterwegs gewesen, so die Frankenthaler Staatsanwaltschaft.

Die Geschwindigkeit sei so hoch gewesen, dass das Fahrzeug an dieser Stelle nicht mehr zu beherrschen gewesen sei. Der Unfallfahrer habe wohl noch stark gebremst. Der Jaguar sei aber so schnell in eine Rechtskurve gefahren, dass er diese unmöglich "unter Einhaltung seiner eigenen Spur meistern konnte" und deshalb aus ihr "herausgetragen worden und auf die Gegenfahrbahn geraten sei".

Unfallopfer soll noch abgebremst haben

Die getötete Fahrerin habe ihren Wagen, so das Gutachten, noch auf 60 Stundenkilometer herunterbremsen können. Der Unfall sei aber "unvermeidbar" gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Nach dem schweren Unfall mussten sogar die Rettungskräfte, die vor Ort waren, psychologisch betreut worden.

Noch hat die Staatsanwaltschaft noch nicht Anklage gegen den mutmaßlichen Unfallfahrer erhoben. Zunächst einmal habe die Verteidigung Zeit, sich zum Gutachten zu äußern.

Weisenheim am Berg

Weisenheim am Berg Gutachten nach tödlichem Unfall in Pfalz: Unfallfahrer raste

Nach dem schweren Unfall mit drei Toten in Weisenheim am Berg (Kreis Bad Dürkheim) vor einem Jahr liegt jetzt das Gutachten vor. Der Unfallfahrer war danach viel zu schnell unterwegs. Zwei Frauen und ein Kleinkind starben.  mehr...

Weisenheim am Berg

Mehr als ein Jahr später Tödlicher Unfall mit Jaguar in Weisenheim am Berg - Angehörige wollen Gerechtigkeit

Zwei Frauen und ein 14 Monate alter Junge starben am 19. September 2020 bei einem Unfall auf einer Kreisstraße bei Weisenheim am Berg – ein Baby wurde schwer verletzt. Die Unfallursache ist noch immer ungeklärt.  mehr...

Ludwigshafen

Jetzt die SWR Aktuell App runterladen Aufs Handy: Nachrichten aus Ludwigshafen, der Süd- und Vorderpfalz

Die SWR Aktuell App bringt Ihnen kurz und knapp alles Wichtige auf Ihr Smartphone. Sie bekommen auch gezielt Nachrichten aus Ludwigshafen und der Pfalz. So funktioniert's:  mehr...

STAND
AUTOR/IN
SWR