Was tun bei Gas-Stopp aus Russland?

Auch Landau bereitet sich nach Gas-Alarmstufe auf Energiekrise vor

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Speyer hat es letzte Woche vorgemacht, nun zieht Landau nach: Die Stadt prüft gerade, was sie tun könnte, wenn das Gas knapp wird.

Gasleitungen in einem Haus (Foto: IMAGO, MiS)
Wie werden Gaskunden im Winter heizen können? (Symbolbild) MiS

"Das Wichtigste zuerst: Aktuell ist die Versorgung gewährleistet!" Mit diesem Satz begann Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) am Montagvormittag das Pressegespräch im Landauer Ratssaal. Dennoch sei die Lage ernst. Hirsch hat mitbekommen, wie die Stadt Speyer sich auf den Ernstfall vorbereitet, dass das Gas knapper werden könnte.

Drei Männer im Ratssaal (Foto: SWR)
Ernstes Thema, ernste Mienen: Thomas Waßmuth von der Energie Südwest (links), der Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch (mitte), und Michael Götz, Werkleiter des Gebäudemanagements der Stadt

Am Wochenende war Hirsch mit dem Hauptausschuss des Deutschen Städtetags in Berlin und hat sich mit Amtskollegen ausgetauscht. Sie seien alle sehr besorgt, dass den Menschen gar nicht bewusst sei, was da auf sie zukommen könnte.

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Ohne die Landauer geht es nicht

Hirsch hatte zwei Botschaften im Gepäck. Erstens: Die Stadt bereitet sich auf einen Ernstfall vor, der hoffentlich nie eintritt. Zweitens: Ohne die Bürger geht es nicht. Die Stadt erstellt gerade eine Liste von Möglichkeiten, Energie zu sparen und Maßnahmen für den Fall, dass alles Sparen am Ende doch nicht reicht.

Zunächst will die Stadt erkunden, wo am meisten Energie verbraucht wird, um dann bei Bedarf entsprechend zu handeln. Denkbar ist laut Hirsch zum Beispiel, dass man das Freizeitbad La Ola vom Netz nimmt und gegebenfalls sogar schließt, wenn das Gas knapper wird. Außerdem prüft die Verwaltung, wie es um die Notstromversorgung in der Stadt bestellt ist.

Wärmehalle angedacht - aber bislang nur für Bedürftige

Auch die Einrichtung einer "Wärmehalle" ist im Gespräch, in der sich Bedürftige in den Wintermonaten im Falle des Falles aufwärmen können. Es sei wichtig, als Stadt auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, so Hirsch. Auch wenn er hoffe, dass der Aufwand am Ende unnötig ist: Die Bürger müssten unterdessen nicht nur den eigenen Energieverbrauch prüfen, sondern sich auch selbst für ein solches Szenario wappnen, so Hirsch weiter.

"Es sollte sich herumgesprochen haben, dass man mehr als eine Kerze und ein einziges Streichholzpäckchen im Haus haben sollte."

Energiesparen in Privathaushalten notwendig

Unterstützung bekam Hirsch von Thomas Waßmuth von dem Landauer Versorger Energie Südwest: "Wir gehen davon aus, dass das Einsparpotential bei privaten Haushalten bei etwa 15 Prozent liegt, bei manchen mehr, bei manchen weniger". Einige Kunden hätten womöglich noch nie darüber nachgedacht, in welchen Räumen man auch in den Wintermonaten die Heizung eigentlich runterdrehen könnte. Die regelmäßige Wartung der Heizanlage sei ebenfalls ein wichtiger Punkt.

Waßmuth betonte aber auch, dass die Lösung letztendlich woanders herkommen muss: "Dieses Problem löst weder der Bürger noch wir als Energieversorger. Es ist ein politisches Problem und die Politik muss es lösen."

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