Noch dürfen die Schiffe nur im Einbahnstraßen-System fahren (Foto: SWR)

Nach dreieinhalb Tagen Kiesbaggern

Schifffahrt auf dem Rhein bei Hagenbach eingeschränkt frei

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Die Schifffahrt auf dem Rhein bei Hagenbach (Kreis Germersheim) ist am Samstag eingeschränkt wieder freigegeben worden. Laut dem zuständigen Schifffahrtsamt gilt allerdings eine Einbahnstraßen-Regel.

Das Wasserstraßen und Schifffahrtsamt (WSA) Oberrhein teilte mit, nach dreieinhalb Tagen Kiesbaggern sei eine Notfahrrinne hergestellt worden. Sie ist 45 Meter breit und hat die für die Schifffahrt nötige Tiefe von 2,10 Meter. Allerdings kann sie nur einspurig befahren werden, das heißt: es gilt eine Einbahnstraßen-Regel, die von Zeit zu Zeit Richtung stromaufwärts bzw. stromabwärts wechselt.

Die Kiesbagger sind derzeit noch auf dem Rhein im Einsatz (Foto: SWR)
Noch haben die Kiesbagger einiges zu tun, bis die Schifffahrt auf dem Rhein bei Germersheim wieder normal laufen kann.

Kiesbaggern geht weiter

Damit im Schiffsstau jetzt nicht alle gleichzeitig losfahren, kontrolliert die Wasserschutzpolizei die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs. Das Kiesbaggern muss fortgesetzt werden. Es bleiben zwei Baggereinheiten vor Ort. Bislang baggerten fünf Einheiten. Ziel ist laut WSA, die Fahrrinne wieder komplett vom Kies zu befreien.

Nebel hatte die Arbeiten zuvor stark verzögert. Die Schwimmbagger waren dadurch nur kürzere Zeit im Einsatz, als geplant. Die für Freitag angekündigte eingeschränkte Freigabe der Schifffahrt musste deshalb verschoben werden.

Zahlreiche Schiffe lagen am Rhein fest

Mehr als 50 Schiffe kamen wegen der Sperrung des Rheins bei Hagenbach nicht weiter. Der Kies war am Dienstag beim Bergen von zwei verunglückten Schiffen in die Fahrrinne gelangt. Bereits bis zum Mittwoch hatten die Bagger knapp 1.800 Kubikmeter Kies aus der Fahrrinne geholt.

Nach den Havarien auf dem Rhein bei Hagenbach warten Schiffe auf die Weiterfahrt (Foto: SWR)
Nach den Havarien auf dem Rhein bei Hagenbach warten Schiffe auf die Weiterfahrt

Zwei Schiffe waren festgefahren

In der Nacht zum Montag waren ein Fahrgastschiff - in der darauffolgenden Nacht auch ein Tanklastschiff bei Hagenbach auf Grund gelaufen. Das Fahrgast- und das Tanklastschiff konnten dann Mitte der Woche wieder befreit werden.

Verkehrsministerin hofft auf baldige Rheinvertiefung

"Die Rheinvertiefung zwischen Mainz und St. Goar ist das wichtigste Wasserstraßenprojekt im Bundesverkehrswegeplan 2030", teilte die rheinland-pfälzische Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) nach der Havarie mit. Leider sei eine Baureife aber noch sehr weit entfernt. "Wesentlicher Hemmschuh ist nach wie vor die mangelnde Personalausstattung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes."

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