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Nach der Explosion am Sonntag in einem Wohnhaus in Kindenheim (Kreis Bad Dürkheim) haben die Ermittler 20 Rohrbomben in dem Haus gefunden.

Nach Angaben der Frankenthaler Staatsanwaltschaft sind die Rohrbomben mittlerweile gesichert worden. Wie der Bürgermeister des Ortes Kindenheim, Albrecht Wiegner (FWG), dem SWR bestätigte, wurden die Rohrbomben auf einer Wiese weit außerhalb von Kindenheim durch Experten der Polizei gesprengt; einmal am Sonntagabend und eine zweite Sprengung am Montagnachmittag.

Bei der Explosion am Sonntag war ein 44-jähriger Familienvater lebensgefährlich verletzt worden. Gegen ihn wird ermittelt. Der Mann sei immer noch nicht vernehmungsfähig, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber dem SWR.

Rohrbomben selbst gebastelt

Offenbar habe der Mann am Sonntag in einem Zimmer im Dachgeschoss mit explosiven Stoffen hantiert. Laut Oberstaatsanwalt hatte er sie in einem Topf zusammengerührt, als es zu einer Verpuffung kam.

Feuerwehrleute stehen auf einer Drehleiter und decken ein Dach ab.  (Foto: Verbandsgemeinde Leiningerland)
Die Feuerwehr musste aus Sicherheitsgründe Teile des Daches abdecken. Verbandsgemeinde Leiningerland

Bomben-Bastler erleidet schwere Verbrennungen

Der Mann wurden dabei schwer verletzt. Im Arztbericht für die Staatsanwaltschaft stehe, dass 30 bis 40 Prozent der Haut des Mannes verbrannt wurden und er außerdem Verletzungen an den Weichteilen erlitt - detaillierte seien die Angaben nicht.

Rohrbomben aus frei erhältlichen Materialien

Die gefundenen 20 Rohrbomben seien aus Materialien gebastelt worden, die man frei im Handel kaufen kann. Warum der 44-Jährige die Bomben aufbewahrt hat, ist noch unklar.

Sohn war mit im Haus

Laut Bürgermeister Albrecht Wiegner und einem weiteren Bekannten des Mannes ist der Mann ein ruhiger und unauffälliger Bewohner von Kindenheim. Er ist geschieden und hat einen minderjährigen Sohn. Nach Auskunft der Feuerwehr war dieser in dem Haus, als es zur Explosion kam. Die Feuerwehr spricht von einer Verpuffung, die einige Dachziegeln am Haus anhob und verrutschen ließ.

Die Feuerwehr deckte einen Teil des Daches ab, um auszuschließen, dass sich ein Brand entwickeln konnte. Anschließend wurde das Dach mit einer Plane verschlossen. Die Feuerwehr half auch bei den Sprengungen, indem dafür Löcher gegraben wurden.

Marihuana-Pflanzen gefunden

Laut Staatsanwaltschaft haben die Ermittler außerdem 27 Marihuana-Pflanzen und weitere Setzlinge in dem Kindenheimer Wohnhaus gefunden. Gegen den Beschuldigte hatte es vor einem Jahr schon einmal Hausdurchsuchungen wegen Rauschgifts gegeben. Damals sei aber nichts gefunden und die Ermittlungen eingestellt worden, so der Leitende Oberstaatsanwalt.

Laut Ströber werden dem Mann jetzt Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Sprengstoffgesetz vorgeworfen und das fahrlässige Herbeiführen einer Explosion. Bei der Verpuffung soll ein Schaden von rund 15.000 Euro entstanden sein.

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