STAND

Es ist nie zu spät, um sich politisch zu engagieren. Nach diesem Motto ist ein rüstiger Rentner aus Speyer in die SPD eingetreten. Der 90-Jährige hat noch viel vor.

Dauer

Mit einem kräftigen Händedruck begrüßt Walter Hennig den SWR-Reporter in seiner Wohnung in Speyer. Für seine 90 Jahre wirkt er erstaunlich fit. Stolz zeigt er seine kreditkartengroße SPD-Card, die er zum Parteieintritt bekommen hat. Auf sein offizielles Parteibuch wartet er noch.

Gewählt hat er die SPD schon immer. Aber einzutreten, dazu hat er sich erst jetzt entschlossen. Um näher dran zu sein an den Themen, die die Partei bewegen, und um Hintergrundwissen zu bekommen.

Nach der jüngsten Bundestagswahl störte ihn das Hin und Her um die Große Koalition. Ja oder nein, das war für ihn - anders als für viele SPD-Mitglieder - gar keine Frage: Die SPD habe die Pflicht, ihr Programm im Rahmen ihrer Möglichkeiten in der Regierung umzusetzen, statt Wähler zu verunsichern.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer begrüßte Hennig persönlich als neues SPD-Mitglied (Foto: Pressestelle, SPD Timo Haungs)
Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit den Neumitgliedern Walter Hennig aus Speyer und Aicha Akermi aus Lingenfeld Pressestelle SPD Timo Haungs

Armut und Gerechtigkeit als wichtigste Themen

Seit 50 Jahren lebt der aus Ostpreußen stammende Walter Hennig in der Pfalz. Und war lange als Evangelischer Pfarrer tätig. Die SPD sei ihm wegen seiner christlichen Überzeugungen am nächsten, so der 90-jährige. Die Themen Armut und Gerechtigkeit sind ihm besonders wichtig. "Ich stamme aus sehr einfachen Verhältnissen und kenne die Nöte der Menschen am unteren Ende der Einkommensskala", sagt er

Im SPD-Ortsverein will der 90-Jährige kräftig mitmischen

Einer seiner Söhne ist ebenfalls SPD-Mitglied. Der andere steht den Grünen nahe, findet den Parteieintritt seines Vaters aber ebenfalls gut. Der 90-Jährige selbst will in der Partei kräftig mitmischen: "Im Ortsverein können wir dazu viel beitragen", sagt er. Zu den Leuten gehen, sie fragen, wo der Schuh drückt, und das dann im Parteiprogramm umsetzen, das ist sein Ziel.

Sorge macht Walter Hennig allerdings der aktuelle Zustand seiner SPD. Innerhalb eines Jahres hat die Partei allein in der Vorder- und Südpfalz 160 Mitglieder verloren. Bundesweit liegt sie laut Umfragen bei gerade mal 14 Prozent. Dass die Werte wieder nach oben gehen, auch dazu will er beitragen.

STAND
AUTOR/IN