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Im Verdachtsfall des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern durch einen ehemaligen leitenden Priester im Bistum Speyer gibt es neue Details aus dem Gerichtsurteil. Der Speyerer Bischof geht jetzt davon aus, dass es diesen Missbrauch wirklich gegeben hat.

Das Opfer ist heute 63 Jahre alt. Aus der Urteilsbegründung geht hervor, dass der Mann als Bewohner in einem ehemaligen Speyerer Kinderheim etwa 1.000 mal missbraucht und vergewaltigt worden ist. Als Haupttäter gilt der ehemalige Generalvikar Rudolf Motzenbäcker, also der Stellvertreter des Bischofs. Er war später oberster Bistumsjurist und verstarb 1998.

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Bischof geht von wahrer Begebenheit aus

Der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, hat sich in einem Interview mit der Bistumszeitung "Der Pilger" dazu geäußert, dass es die Missbrauchsfälle wirklich gegeben habe. Drei Opfer hätten glaubwürdig und unabhängig voneinander ihren Missbrauch geschildert. Deshalb hatte der Bischof sogar den Namen des beschuldigten Geistlichen öffentlich bekanntgegeben.

Leitender Priester soll nicht der einzige Täter gewesen sein

Das Sozialgericht in Darmstadt, dem der Fall vorlag, geht allerdings auch von weiteren Tätern aus. Insbesondere sollen die Betreiberinnen des damaligen Kinderheims, die „Niederbronner Schwestern", den Jungen mehrfach misshandelt und die Vergewaltigungen gedeckt haben.

Ein Pfarrer hält ein Gesangsbuch in der Hand, dahinter ist der Schatten eines Kindes zusehen. (Foto: Model Foto: Colourbox.de / Thinkstock -)
Symbolbild Model Foto: Colourbox.de / Thinkstock -

Entschädigungen für den Betroffenen

In dem Urteil spricht das Sozialgericht dem Opfer eine Rente zu. Denn Ärzte und Gutachter hatten vor Gericht seine schwere posttraumatische Belastungsstörung bestätigt.

Das Bistum habe dem Mann bereits 15.000 Euro als Entschädigung bezahlt und weitere 10.000 Euro für seine psychische Therapiebehandlung.

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