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Wie viel Mittelalter steckt in der heutigen Medizin? Dieser Frage geht die neue Sonderausstellung "Medicus" in Speyer im Historischen Museum der Pfalz nach, die am Sonntag ihre Türen öffnete.

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Die Ausstellung schildert den Wandel der Behandlungsmethoden ausgehend von der Antike über das Mittelalter bis hin zur Frühen Neuzeit. Zu jedem Zeitalter gibt es einen eigenen Ausstellungsraum. Insgesamt sind mehr als 500 Objekte zu sehen. Darunter zum Beispiel Grabfunde wie die Beigaben römischer Ärztinnen, ein mittelalterliches chirurgisches Besteck und Jahrtausende alte Texte auf Tontafeln.

Ausstellung „Medicus - Die Macht des Wissens“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer

Medicus – Die Macht des Wissens im Historischen Museum der Pfalz, Speyer (Foto: Leihgeber: Stefan Heyde, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle )
Solche mittelalterlichen medizinischen und chirurgischen Instrumente zeigt die Ausstellung im Historischen Museum der Pfalz Speyer. Leihgeber: Stefan Heyde, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Solche, wie sie auch in der Verfilmung des Erfolgsromans „Der Medicus“ zu sehen waren. Leihgeber: Stefan Heyde, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Diese Anhänger sind Amulette, die Unheil und Krankheit abwehren sollten. "Fica", Zahnbeißer, Stundenglas, "Blutstein"/Hämatit, Eberzahn, um 1500 bis 17. Jahrhundert. Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum Bild in Detailansicht öffnen
Zahnarztwerkzeug im Mittelalter: Kariöse Backenzähne und eine Löffelsonde, aus dem frühen 12. Jahrhundert oder 10./11. Jahrhundert Stadt Höxter, Stadtarchäologie, Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Das Grabinventar einer römischen Ärztin, Heidelberg/Neuenheim, 100-150 n. Chr. Knut Gattner, Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg Bild in Detailansicht öffnen
Pierre Poncet II: Bildnis des Anatomen Andreas Vesal, Mitte des 17. Jahrhunderts. François Lauginie , Centre Hospitalier Régional d'Orléans, dépôt au Musée des Beaux-Arts d'Orléans Bild in Detailansicht öffnen
Badergerätschaften aus dem Pommerschen Kunstschrank, Augsburger Werkstatt, frühes 17. Jahrhundert. Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum; Foto: Historisches Museum der Pfalz, Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Nicolaus Kolb: Baderlampe/Unschlitt-Tiegel und Apothekerbüchsen aus dem Pommerschen Kunstschrank, Silber, teilvergoldet, Augsburg, vor 1617 Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum; Foto: Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Die „Gläserne Frau“ steht für das medizinische Wissen der Moderne: anatomisches Modell aus der Produktion des Deutschen Hygiene-Museums Dresden nach dem Original von 1935/36 von Franz und Fritz Tschackert, 2000, Dresden Historisches Museum der Pfalz, Deutsches Hygiene-Museum, Werner Lieberknecht Bild in Detailansicht öffnen
Büste des Hippokrates, römische Kopie nach griechischem Vorbild des zweiten Jahrhunderts v. Chr. aus den Uffizien in Florenz. Historisches Museum der Pfalz, Gabinetto Fotografico delle Gallerie degli Uffizi , Francesco del Vecchio Bild in Detailansicht öffnen
Kopf des Asklepios, römische Kopie nach griechischem Original des 4. Jh. v. Chr., Rom. Historisches Museum der Pfalz, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München, Christa Koppermann Bild in Detailansicht öffnen
Aryballos, vermutlich mit Aderlassdarstellung, 480–470 v. Chr. Historisches Museum der Pfalz, Paris, Louvre, Département des Antiquités grecques, étrusques et romaines, Foto : bpk / RMN - Grand Palais / Stéphane Maréchalle Bild in Detailansicht öffnen
Nicolaus Kolb: Kästchen für Aderlassbinden aus dem Pommerschen Kunstschrank, Silber, teilvergoldet, Augsburg, vor 1617 Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum; Foto: Carolin Breckle Bild in Detailansicht öffnen
Ein beeindruckendes Zeugnis altägyptischer Kunst ist die überlebensgroße Figur der Göttin Sachmet, die Schutz vor Krankheiten bringen sollte. Historisches Museum der Pfalz Speyer Bild in Detailansicht öffnen
Heilende Statue ("Statue guérisseuse") aus dem Louvre in Paris, die einen Priester der Bastet darstellt, auch bekannt als „Statue Tyszkiewicz“, Spätzeit, viertes Jahrhundert v. Chr. bpk / Musée du Louvre, Dist. RMN - Grand Palais, Foto: Georges Poncet Bild in Detailansicht öffnen

Ausgangspunkt für die Reise durch die Medizingeschichte und roter Faden der Ausstellung ist Rob Cole, der Held des Erfolgromans "Der Medicus" aus dem Jahr 1986. Sein Wunsch, kranke Menschen zu heilen und sein Verlangen nach Erkenntnis, führt ihn von Europa in den Orient, wo er durch die arabischen Gelehrten auf das medizinische Wissen der Antike trifft.

Medicus Ausstellung in Speyer (Foto: SWR, Franka Wunder)
Gleich im ersten Raum steht ein Wagen, der dem er Romanfigur Rob Cole nachempfunden ist. Eine Art erster mobiler Krankenwagen, in dem Menschen zum Beispiel Zähne gezogen wurden. Franka Wunder

Ausgehend von dieser Geschichte stellt die Ausstellung auch die Frage, wie medizinische Kenntnisse von der Antike bis in die Gegenwart weitergegeben wurden. Die Ausstellung ist bis zum 21. Juni 2020 zu sehen.

Diskussion Heilen wie der Medicus - Was bleibt von der Medizin des Mittelalters?

Es diskutieren:
Prof. Dr. Wolfgang U. Eckart, Medizinhistoriker, Heidelberg
Prof. Dr. Kay Peter Jankrift, Medizinhistoriker, Universität Münster
Dr. Sebastian Zanke, Kurator Historisches Museum der Pfalz, Speyer
Gesprächsleitung: Thomas Koch  mehr...

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