Steigende Coronazahlen

Gesundheitsämter in der Vorder- und Südpfalz wieder am Limit

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Steigende Coronazahlen bedeutet wieder mehr Nachverfolgung. Die Gesundheitsämter in der Vorder- und Südpfalz kommen dabei jetzt an ihr Limit, sagen sie.

Eine Mitarbeiterin im Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen schiebt einen Ordner in eine Regalreihe zurück. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)
Gesundheitsämter brauchen in der Corona-Krise mehr Personal. picture alliance/Marijan Murat/dpa

Noch gelinge es zwar, die Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nachzuverfolgen. Wegen der hohen Zahlen verzögere sich die Nachverfolgung beim Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises aber bereits, teilte dieses mit. 110 Personen bearbeiten dort die Kontaktverfolgungen.

Im Landkreis herrscht aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von 71,7 (Stand: 8.9.). Das Gesundheitsamt ist auch für die Städte Ludwigshafen (Inzidenz 187,5), Speyer (156,2) und Frankenthal (100,5) zuständig.

Kreis Germersheim hat Bundeswehr angefragt

Der Landkreis Germersheim (150,4) plant, das Personal bei weiter steigenden Zahlen aufzustocken. Auch eine Voranfrage an die Bundeswehr zur personellen Unterstützung sei bereits gestellt worden. Die Bundeswehr hatte in der Vorder- und Südpfalz auch in der zweiten Welle bereits den Gesundheitsmitarbeitern unter die Arme gegriffen.

Ein Soldat unterstützt ein Gesundheitsamt bei der Corona-Kontaktnachverfolgung (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Stefan Sauer)
Ein Soldat unterstützt ein Gesundheitsamt bei der Corona-Kontaktnachverfolgung picture alliance/dpa | Stefan Sauer

Bei Überlastung wird Fokus auf Schulen und Kitas gelegt

Auch das Gesundheitsamt des Landkreises Bad Dürkheim arbeitet nach eigenen Angaben am Limit. Hier arbeiten momentan 13 Personen. Bei Bedarf könnten weitere 15 aus dem Gesundheitsamt, die in anderen Bereichen arbeiten, hinzugezogen werden. In ihren Radius fallen der Kreis Bad Dürkheim (75,4) und Neustadt an der Weinstraße (155,8). Sobald der Punkt erreicht sei, an dem das Amt nicht mehr alle Fälle nachverfolgen könne, werde man sich vor allem auf besonders schützenswerte Gruppen und Einrichtungen wie Schulen oder Kindertagesstätten konzentrieren.

In den weiteren Teilen der Südpfalz liegt die Inzidenz in Landau bei 132,2 und im Kreis Südliche Weinstraße bei 57,0.

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Für die Warnstufen ist außerdem nicht mehr allein die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuansteckungen als Indikator ausschlaggebend. Es müssen an drei aufeinander folgenden Tagen mindestens zwei der folgenden Indikatoren gegeben sein, damit eine Warnstufe ausgelöst wird.


  • Die Sieben-Tage-Inzidenz

ergibt sich in jedem Landkreis bzw. jeder kreisfreien Stadt aus der Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen.
Warnstufe 1: bis 100 Neuinfektionen
Warnstufe 2: 101 - 200 Neuinfektionen
Warnstufe 3: über 200 Neuinfektionen

  • Der Sieben-Tage-Hospitalisierungswert

ergibt sich aus der Zahl der corona-infizierten Krankenhauspatienten pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Dieser Indikator wird bezogen auf die fünf Versorgungsgebiete gemäß Krankenhausplan des Landes ermittelt (Mittelrhein-Westerwald, Rheinhessen-Nahe, Rheinpfalz, Westpfalz, Trier).
Warnstufe 1: bis zu 4 Covid-19-Krankenhausfälle
Warnstufe 2: 5 - 10 Fälle
Warnstufe 3: über 10 Fälle

  • Der Anteil Intensivbetten

ergibt sich aus dem prozentualen Anteil der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation an der Intensivbettenkapazität innerhalb des Landes.
Warnstufe 1: bis zu sechs Prozent der Betten belegt
Warnstufe 2: mehr als 6 bis 12 Prozent
Warnstufe 3: mehr als 12 Prozent

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