Ukrainische Flüchtlinge: Seniorin mit Baby (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Paul Zinken)

Große Solidarität

Vorder- und Südpfalz: Viele stellen Wohnungen für Menschen aus der Ukraine

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Heiko Wirtz

Bomben auf Wohngebiete, Frauen, kleine Kinder und gebrechliche Menschen auf der Flucht: Diese Bilder lassen offenbar auch die Menschen in der Vorder- und Südpfalz nicht kalt. Viele bieten Wohnungen, Häuser oder andere Unterkünfte für Geflüchtete an. Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin ist "überwältigt von der Hilfsbereitschaft“.

Niemand weiß derzeit, wie viele Geflüchtete aus der Ukraine in der Vorder- und Südpfalz landen werden. Auch Jutta Steinruck (SPD), Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen kann keine Zahl nennen. Die Stadt weiß nicht mal, wie viele geflüchtete Menschen aus der Ukraine sich zurzeit schon in Ludwigshafen aufhalten.

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Angebotene Wohnungen werden besichtigt

Fest steht: Bei der Stadt Ludwigshafen sind, Stand Dienstagmittag, schon mehr als 70 Angebote von Privatleuten eingegangen, die Menschen aus der Ukraine aufnehmen wollen. Diese Angebote werden nach Angaben der Stadt aktuell gebündelt. Ein Team der Stadtverwaltung kümmere sich um die Besichtigungen der Wohnungen.

"Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Ludwigshafener Bevölkerung."

Wer in Ludwigshafen unterstützen möchte

Wer die Stadt Ludwigshafen unterstützen möchte und kurzfristig eine Wohnung für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung stellen kann, darf sich unter der Hotline 0621 504-7070 an die Stadtverwaltung wenden oder per E-Mail an asyl-ukraine@ludwigshafen.de. Die Hotline ist von 9 bis 17 Uhr besetzt.

Rhein-Pfalz-Kreis: Wohnraum für rund 380 Ukraine-Flüchtlinge

Auch im Rhein-Pfalz-Kreis ist die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sehr groß, teilte eine Sprecherin der Kreisverwaltung auf SWR-Anfrage mit. Für rund 380 Geflüchtete seien bis Mittwochvormittag freie Unterkünfte gemeldet worden – und es kämen täglich neue dazu, die registriert und geprüft werden müssten: "Schließlich ist es unser Anliegen, dass die Geflüchteten auch gut untergebracht werden“, schreibt die Sprecherin der Kreisverwaltung in Ludwigshafen.

100 Unterkünfte in Neustadt gemeldet

In Neustadt sind nach Angaben eines Stadtsprechers rund 100 Angebote für private Unterkünfte eingegangen – dabei handele es sich in allen Fällen um kostenlose Unterkünfte "von einem Zimmer bis hin zu größeren Ferienhäusern“. Aktuell sei der Stadt eine Kostenerstattung bei Privat-Quartieren aus abrechnungsrechtlichen Gründen seitens des Landes nicht gestattet.

Auch in Neustadt werden die Unterkünfte jetzt auf ihre "tatsächliche Eignung überprüft“. Auch die Pressestelle in Neustadt kann keine Zahl von Geflüchteten nennen, auf die sie sich einstellt: "Es wird mit einem hohen Bedarf gerechnet. Zahlen zu nennen ist hier allerdings nicht möglich.“

"Vom Schlafsofa bis zur Ferienwohnung“

Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Speyer sind dort bislang rund 40 Wohnraumangebote eingegangen – und zwar von "sehr unterschiedlicher Qualität“. Das reiche "von angebotenen Schlafsofas, über Zimmer, die leer geräumt werden sollen, Zimmer mit separatem Bad, (Einlieger)-Wohnungen zu Ferienwohnungen und Häusern“. Der Wohnungsmarkt in Speyer sei angespannt und perspektivisch rechneten Land und Bund mit deutlich höheren Flüchtlingszahlen. Wie sich das genau in unserer Stadt niederschlagen werde, könne die Stadt Speyer aktuell noch nicht absehen.

Auch in Landau viele Wohnungsangebote

Wie in vielen Städten und Gemeinden hat auch die Stadt Landau aufgerufen, freie Unterkünfte zu melden. "Dem sind dankenswerterweise viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer gefolgt: Uns wurden mehrere Dutzend Wohnungen und Zimmer angeboten“, schreibt eine Sprecherin der Stadt Landau dem SWR. Es gelte nun alle Angebote zu prüfen und dann gegebenenfalls anzumieten.

Stadt Landau bereitet zentrale Notunterkunft vor

Parallel dazu bereite die Verwaltung in Landau als „Back-up“ die Einrichtung einer möglichen zentralen Notunterkunft vor. Diese werde nach der aktuellen Einschätzung jedoch nur benötigt werden, wenn die Zahl der Kriegsflüchtlinge noch einmal deutlich steigen wird: "Wir sind aber auf jeden Fall weiter auf der Suche nach geeigneten Wohnungen und sind für Angebote dankbar“, schreibt die Sprecherin der Stadt.

40 Wohnungsangebote in Frankenthal

"Recht zufrieden“ ist die Stadt Frankenthal mit den Rückmeldungen. In knapp einer Woche seien fast vierzig Angebote eingegangen, die in Betracht kommen könnten. Man erlebe eine große Solidarität: "Menschen bieten ihre Einliegerwohnungen oder Gästezimmer an. Nicht zu erwarten war, dass viele sogar zum Teilen des Lebensraumes bereit sind.“

Turnhallen und Zelte nötig?

Die Hilfsbereitschaft ist also überall groß in der Vorder- und Südpfalz. Aber was, wenn die angebotenen Unterkünfte nicht ausreichen und auch die städtischen Unterkünfte und Wohnungen der Gemeinden alle voll belegt sind? Die Sprecherin des Rhein-Pfalz-Kreises in Ludwigshafen sagt, man gehe "zum momentanen Zeitpunkt nicht davon aus, dass Turnhallen und Zelte für die Unterbringung der Personen benötigt werden“ – für die Zukunft könne man das aber auch nicht ausschließen.

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