Bunte Fahnen mit der Aufschrift "BASF" wehen vor dem Konferenzgebäude des Chemiekonzerns BASF im Wind.  (Foto: dpa Bildfunk, Fotograf: Uwe Anspach)

Bundesregierung plant Exportverbot

Ludwigshafen: BASF will weiter gefährliche Pestizide exportieren

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Die Bundesregierung plant ein Exportverbot gefährlicher Pestizide. Welche Auswirkungen hätte das auf die BASF in Ludwigshafen? Nun äußert sich der Chemiekonzern dazu.

Die BASF in Ludwigshafen sieht das geplante Exportverbot gefährlicher Pestizide kritisch. Die Bundesregierung will die Ausfuhr von gefährlichen Pflanzenschutzchemikalien verbieten. Dazu Bundesminister Cem Özdemir: "Es geht nicht an, dass wir nach wie vor Pestizide produzieren und exportieren, die wir bei uns mit Blick auf die Gesundheit der Menschen zurecht verboten haben." Die Menschen hätten überall das gleiche Recht auf Gesundheit, das müsse auch für die Bäuerinnen und Bauern in anderen Ländern gelten.

Ende des Jahres soll ein erster Entwurf vorliegen, im Frühjahr 2023 könnte das Verbot in Kraft treten.

Ludwigshafen: BASF sieht Pläne kritisch

Die BASF wird schon seit Jahren kritisiert, dass sie hochgiftige Pestizide exportiere, die in der EU nicht zugelassen sind. Auf SWR Anfrage antwortet der Ludwigshafener Chemiekonzern, er wolle nicht, dass seine Produkte Schaden anrichten, unabhängig davon, wo auf der Welt sie eingesetzt werden. Allerdings ist die BASF nach eigenen Angaben fest davon überzeugt, dass die Produkte sicher sind, sofern man sich bei der Verwendung an die Gebrauchsanleitung hält. Wenn ein Import stattfindet, erhalten Zielstaaten demnach umfassende Informationen, wie die jeweilige Chemikalie sicher gelagert, transportiert, verwendet und entsorgt werden kann. Ein erheblicher Teil der betroffenen Exporte gehe in OECD-Mitgliedstaaten wie beispielsweise die USA, Kanada oder Japan.

Ein prinzipielles Ausfuhrverbot von in der EU nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln sieht der Konzern "sehr problematisch"; schließlich nutzten Länder die Mittel, um ihre Ernten zu schützen.

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