Schokokuss (Foto: SWR)

Fehlende Schokoflocken und Weihnachten

Pandemie verursacht Lieferengpässe - auch in Pfalz

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Wegen den Folgen der Corona-Pandemie kämpfen etliche Branchen mit Lieferengpässen, weil Transporte sich verzögern. Auch die Pfalz ist betroffen.

Im südpfälzischen Herxheim werden beim Schokokuss-Hersteller "Trauth und Söhne" die Rohstoffe knapp. Zum Beispiel fehle es an Nachschub bei Kokosflocken von den Philippinen und Kuvertüre, sagte Firmenchef Daniel Trauth dem SWR. Man müsse nun sehr weit im Voraus planen, mehr als ein halbes Jahr. Zum Vergleich: Früher reichte es aus, wenn Daniel Trauth Rohstoffe zwei bis vier Wochen vorher bestellte.

Das sei man bisher nicht gewohnt und habe sich sehr umstellen müssen, so Trauth. Das Weihnachtsgeschäft könne die Firma für Schokoküsse aber noch abdecken, was danach komme, dass "stehe noch in den Sternen", wie Trauth sagte.

Weihnachtsgeschenke rechtzeitig besorgen und bestellen

Die Frage nach Weihnachten ist im Zusammenhang mit den Lieferengpässen momentan sehr wichtig. Branchenexperten warnen davor, sich dieses Jahr erst Mitte Dezember um seine Geschenke zu kümmern, weil viele Waren lange Wartezeiten haben durch die aktuellen Lieferengpässe.

Auch Nüsse, zum Beispiel fürs Backen von Weihnachtsgebäck, könnten bald in den Supermärkten knapp werden. ALDI Süd teilte auf SWR-Anfrage mit, dass es aktuell bei Paranusskernen und Cashewkernen zu Lieferverzögerungen komme. Doch nicht nur im Lebensmittelbereich gibt es Probleme, auch andere Branchen leiden. Thomas Scherer vom Handelsverband Rheinland-Pfalz sagt, dass zum Beispiel auch Holz und Sportschuhe knapper werden.

Es fehlen Teile aus anderen Produktionsländern

Es verzögern sich sowohl Endprodukte, als auch Materialteile oder Verpackungsmaterial, was die Firmen in ihrer Produktion ausbremsen könnte. Von der ICE-Reperaturstelle, über Engpässe für die Produktion von Gartengeräten bis zu fehlenden Halbleitern.

In vielen Produktionsländern musste die Produktion wegen Lockdowns für längere Zeit heruntergefahren oder ganz gestoppt werden. Dazu gibt es Probleme beim Schiffsverkehr. Teilweise kommt die Ware von Asien nicht nach Europa. Die Lage wird sich nach Einschätzungen von Experten allerdings erst im kommenden Jahr verbessern.

Transport: Auch Lkw-Fahrer fehlen

Hinzu kommt, dass sich auch noch die Zahl der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer reduziert hat, wie ein Spediteur aus der Vorderpfalz dem SWR vor Kurzem berichtete.

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SWR