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Der Mann aus Altrip, der seine Ehefrau mit einem Hammer angegriffen hat, muss nun zehn Monate weniger in Haft. Das hat das Landgericht Frankenthal im Revisionsprozess am Freitagmittag entschieden.

Der Angeklagte wurde nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen zu drei Jahren und acht Monaten Gefängnisstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und zwei Monate gefordet. Das Frankenthaler Landgericht folgte der Auffassung des Bundesgerichtshofs, dass die erste Strafe nicht angemessen war.

Bundesgerichtshof hatte Hammer-Angriff-Urteil aufgehoben

Der Mann war 2019 vom Landgericht Frankenthal wegen gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf wegen Rechtsfehlern beim Festlegen der Strafe. Der Hammer-Angriff des Mannes im März 2019 auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau war von Familienangehörigen gestoppt worden.

Was war damals passiert?

Im März 2019 feierte die Familie der Ex-Frau des Mannes in Altrip eine Hochzeit. Dort tauchte der Angeklagte mit einem Hammer bewaffnet auf. Als er dort auf seine Ex-Frau und ihren Bruder traf, schlug er mit dem Hammer in Richtung der beiden. Dabei wurde der Bruder leicht verletzt. Die Frau konnte ausweichen. Anschließend verletzte der Angeklagte auch noch die Schwester mit einer Zange am Hinterkopf. Andere Familienangehörige konnten ihn überwältigen.

Sie sollen ihn anschließend so schwer verprügelt haben, dass er mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Die Ex-Frau und seine Kinder leben in Todesangst

In seinem Plädoyer sagte der Anwalt der Ex-Frau, der Angeklagte sei zwar wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Seine Mandantin und ihre Familie hätten die Attacke mit dem Hammer aber als einen Angriff auf ihr Leben empfunden. Sie würden in ständiger Angst vor dem Angeklagten leben. Hinzu komme, dass er seine Ex-Frau ein halbes Jahr zuvor schon einmal angegriffen und schwer gewürgt habe. Die Strafe dafür war in das ursprüngliche Urteil eingeflossen.

Da dieses Urteil inzwischen aufgehoben wurde, befindet sich der Mann nicht mehr in Haft. Dass er entlassen wird, habe seiner Mandantin niemand mitgeteilt. Als sie es durch Zufall erfahren habe, sei das ein Schock für sie gewesen. Der Anwalt forderte erneut vier Jahre und sechs Monate Haft für den Angeklagten.

Verteidigerin sieht Angeklagten selbst als Opfer

Ihr Mandant bereue zutiefst, was er getan hat, sagte die Verteidigerin des Verurteilten. Er habe jedoch in einem Moment höchster Emotionalität gehandelt. Erst habe sich seine Frau "urplötzlich" von ihm getrennt. Dann habe sie ihm den Umgang mit den gemeinsamen Kindern verboten. Außerdem sei er durch die Prügel der Verwandten seiner Frau selbst erheblich geschädigt worden. Er habe Schädel- und Augenverletzungen erlitten, die ihm noch heute massiv zu schaffen machten. Hinzu komme, dass er ungewöhnlich lange, nämlich zwei Jahre in Untersuchungshaft gesessen habe, und das unter Corona-Bedingungen. Er habe keinen Besuch erhalten und habe auch nicht zur Beerdigung seines Vaters gehen können, der in dieser Zeit verstorben sei. Sie forderte eine Gesamtstrafe von drei Jahren, von denen die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden müsse.In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte, er habe Fehler gemacht. Die Hammerattacke tue ihm leid. Anschließend sprach er davon, dass er selbst leide.

Option Reststrafe auf Bewährung?

„Sorgen Sie dafür, dass wir Ihnen Bewährung geben können“, so die Vorsitzende Richterin am Landgericht Frankenthal. Seine Frau lebe in ständiger Angst vor ihm. Habe mehrfach die Wohnung gewechselt, damit er sie nicht finden könne. Die Reststrafe auf Bewährung auszusetzen sei nur denkbar mit einem gleichzeitigen Kontaktverbot. Dazu müsste der Angeklagte einen Antrag stellen. Von seinem Verhalten jetzt hänge alles ab, so die Richterin.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Angeklagte kann in Revision gehen.

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