Prozess Asia-Imbiss Landau (Foto: SWR)

Prozess um Messerattacke hat begonnen

Was geschah im Asia-Imbiss in Landau?

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Vor dem Landgericht Landau steht ein Mann, der einem Kollegen ein Messer in den Kopf gerammt haben soll. Nach der ersten Sitzung gibt es mehr Fragen als Antworten.

Das Landgericht in Landau. (Foto: SWR)
Das Landgericht in Landau.

Wird in diesem Prozess ein versuchter Totschlag oder ein versuchter Mord verhandelt? Die Frage ist nach dem ersten Verhandlungstag wieder offen. Der Unterschied liegt im Strafmaß: Bei einer Verurteilung wegen versuchten Mordes kann die anschließende Haftstrafe durchaus ein paar Jahre länger dauern, als bei versuchtem Totschlag. Dass er einen versuchten Mord nicht mehr ausschließt, begründete der Vorsitzende Richter damit, dass sich der Angeklagte noch nicht zu den Vorwürfen geäußert hat. Auch die Aussagen der Zeugen, die die Polizei nach der Tat vernommen hatte, seien kaum zu gebrauchen. Einige hätten sogar gelogen. "Wir müssen jetzt herausfinden, wie es war", so der Richter gleich zu Beginn der Verhandlung.

Was geschah am 29. Juli im Asia-Imbiss in Landau?

Als erster Zeuge ist einer der Polizisten geladen, die in der besagten Nacht in Landau im Einsatz waren. Sie seien per Notruf alarmiert worden, sagt er vor Gericht aus. Auf dem Hinterhof des Asia-Imbisses habe ein Mann gelegen, mit einer stark blutenden Wunde am Kopf. Um ihn herum hätten Mitarbeiter des Imbisses gestanden und ihm ein Handtuch auf die Wunde gedrückt.

Der Asia-Imbiss in Landau, bei dem der Streit unter zwei Köchen eskaliert ist (Foto: SWR)
Der Asia-Imbiss in Landau, bei dem der Streit unter zwei Köchen eskaliert ist

Er sei wohl gestürzt, hätten sie den beiden Beamten erzählt. "Sonst gaben sie sich ahnungslos", berichtet der Polizist. Ihm sei da Einiges komisch vorgekommen: Als er den Imbiss betrat, hätte ein Mitarbeiter gerade in der Küche hastig Blut weggewischt. Und dann sei da noch die stark blutende Kopfwunde des Mannes im Hof gewesen: "Eine Platzwunde, die auch der Rettungssanitäter nicht gestillt bekommt? Das kam uns schon seltsam vor!"

Messer im Kopf

Der Grund kommt noch am gleichen Abend im Landauer Vinzentius-Krankenhaus ans Licht: Im Kopf des Mannes steckt das Stück einer Messerklinge. Der Mann auf dem Operationstisch hat als Aushilfe im Imbiss gearbeitet. An dem Abend soll es Streit mit dem Koch gegeben haben, der ihm dann ein Messer mit breiter Klinge in den Schädel gestoßen haben soll, so fest, dass die Klinge abbrach. Der 38-Jährige hat überlebt, ist aber seither auf dem linken Auge blind.

Wie kann ein Streit so eskalieren?

„Ich werde mit dieser Dunkelheit leben müssen“, sagt der Mann vor Gericht. Ein Arzt habe ihm gesagt, dass das wohl so bleiben werde. Der 38-Jährige trägt eine weiße Augenklappe. Er ist wie der Angeklagte in Vietnam geboren; alles was er sagt, wird durch eine Dolmetscherin übersetzt. Angesprochen auf den 29. Juli berichtet er, er habe erst ein paar Tage als Aushilfe in dem Imbiss gearbeitet. Der Koch habe sich an dem Abend durch ihn gestört gefühlt. Er habe ihn beschimpft und sei dann mit dem Messer auf ihn losgegangen. Der Richter wirkt ratlos: "Das ist schwer nachvollziehbar: eine so schreckliche Tat, wegen einem so nichtigen Streit?"

Prozess Asia-Imbiss Landau (Foto: SWR)
Der Angeklagte soll seinen Kollegen so schwer verletzt haben, dass dieser auf einem Auge erblindete.

Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen

Die Aussage des Opfers bleibt vage, wie es zu dieser Tat gekommen sein könnte. Der Angeklagte könnte Licht ins Dunkel bringen, hat aber bislang nur Angaben zu seinem Lebenslauf gemacht: Er sei 1968 in Vietnam geboren worden, 1989 nach Deutschland gekommen, habe unter anderem in Berlin, Wittenberg und Landau gelebt und – das betont er - habe sich nie etwas zuschulden kommen lassen. Zum Tatvorwurf schweigt er. Sein Anwalt hat jedoch angedeutet, dass es am nächsten Verhandlungstag eine Stellungnahme von ihm geben könnte. Das wäre am 3. Februar.

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