Mordprozess gegen 57-Jährigen

Landau: Mann wegen brutaler Messerattacke auf Ehefrau vor Gericht

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Die Tat hatte für Aufsehen gesorgt: Im Juli hatte ein Mann im südpfälzischen Germersheim auf offener Straße mit einem Messer auf seine von ihm getrennt lebende Ehefrau eingestochen. Zum Prozessauftakt in Landau schwieg er.

Der Angeklagte im Landauer Gericht (Foto: SWR)
Der Angeklagte beim Prozessauftakt im Landauer Landgericht

Für die Staatsanwaltschaft ist der Messerangriff ein heimtückischer Mordversuch aus niedrigen Beweggründen: Der 57-jährige Angeklagte soll seiner Ehefrau am 22. Juli 2021 gegen 23 Uhr in einem Wohngebiet in Germersheim aufgelauert haben. Als sie ein Haus verließ, soll er sie zunächst verfolgt und sie dann von hinten mit einem Messer angegriffen haben. Die Frau schrie um Hilfe. Wie der Staatsanwaltschaft zum Prozessauftakt sagte, hat der Angeklagte wahllos auf Oberkörper, Bauch und Gesicht der Frau eingestochen. Die Frau lebte schon länger von ihrem Ehemann getrennt.

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Passant will helfen und wird selbst verletzt

Der Angeklagte stach laut Staatsanwaltschaft in Tötungsabsicht auf seine Ex-Partnerin ein. Ein Zeuge des Vorfalls sei der Frau zu Hilfe geeilt. Er habe versucht, den Angreifer von der Frau zu trennen. Dabei habe er selbst einen Messerstich in die Kniekehle abbekommen. Weil er selbst stark blutete, ließ er von dem Angreifer ab, lief weg und schrie laut um Hilfe.

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Der Angeklagte habe auch dann nicht von seinem Opfer abgelassen, als eine weitere Zeugin hupend mit ihrem Auto auf ihn zufuhr. Er soll seine Ehefrau so lange weiter attackiert haben, bis sie keinerlei Lebenszeichen mehr von sich gab. Erst als sich seine Ex-Partnerin nicht mehr regte, floh er.

Opfer lebensgefährlich verletzt 

Die damals 46-jährige Frau erlitt zahlreiche lebensgefährliche Schnitt- und Stichwunden und musste notoperiert werden, so die Staatsanwaltschaft. Der Frau musste die Milz erntfernt werden. "Ohne Not-Operation hätte die Frau nicht überlebt", so der Staatsanwalt. Auch der Zeuge, der ihr zu Hilfe eilen wollte, musste wegen seiner Stichverletzung operiert werden. Beide treten im Prozess als Nebenkläger auf.

Opfer immer noch schwer mitgenommen

Nach Angaben der Verteidigung ist noch unklar, ob das Opfer zu der Tat vernommen werden kann. Dies müsse durch ein psychiatrisches Gutachten geklärt werden. Der Angeklagte selbst will sich laut seiner Anwältin nicht persönlich zum Geschehen äußern, aber von seiner Verteidigerin eine Aussage verlesen lassen. Ziel der Verteidigung sei, den Mordvorwurf zu entkräften, kündigte seine Rechtsanwältin an.

Der Mann wurde später nach der mutmaßlichen Tat in seiner Wohnung von der Polizei festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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Motive: Wut und Rache ?

Die Anklage ist überzeugt, dass der Mann seine Frau töten wollte. Er soll aus "Wut und tiefen Rachegefühlen" gehandelt haben, weil er seine Ehefrau allein für die Trennung und seine eigene Lebenssituation verantwortlich gemacht haben soll. Das Paar hat vier gemeinsame erwachsene Kinder.

Nicht der erste Angriff auf Ehefrau 

Der Beschuldigte hätte sich zum Tatzeitpunkt seiner Ehefrau eigentlich gar nicht nähern dürfen. Das war ihm gerichtlich verboten worden. Der Grund: Er hatte seiner Frau bereits in der Vergangenheit mehrfach aufgelauert, sie verfolgt und auch verletzt. Das hatte die Staatsanwaltschaft auf SWR-Anfrage mitgeteilt. Die Frau hatte ihn deshalb mehrfach angezeigt. Nach Angaben seiner Verteidigerin vom Freitag ist der Mann wegen Stalkings seiner Ehefrau vom Amtsgericht in Landau bereits zu einer mehrmonatigen Bewährungssstrafe verurteilt worden.

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