der Hashtag «#Hass» auf einem Bildschirm (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Lukas Schulze/dpa)

Im Internet rufen Nutzer zur Selbstjustiz auf

Hasskommentare über Straftäter sind auch Straftaten - ein Kommentar

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Heiko Wirtz-Walter
Porträt von Autor Heiko Wirtz-Walter auf einem Dreh (Foto: SWR)

Es hagelt heftige Hasskommentare in den Sozialen Netzwerken im Internet, nachdem ein mutmaßlicher Mörder und Vergewaltiger aus Ludwigshafen aus der U-Haft freikommt. Auch das muss geahndet werden, findet SWR-Reporter Heiko Wirtz-Walter.

Ein 19-Jähriger wird im August wegen Mordes und Vergewaltigung zu zehn Jahren Haft verurteilt. Und Anfang Oktober kann er ohne irgendeine Auflage frei herumlaufen. Oder auch verreisen - wohin er will. Der erste Impuls vieler Menschen – auch in meinem Umfeld: Das kann doch nicht sein! Da stimmt doch was nicht mit unserer Justiz!

Und ich stelle mir vor: Wie schwer muss das für die Angehörigen des Mordopfers sein. Ich verstehe den Ärger, die Empörung, wie gesagt. Was ich nicht verstehen und dulden kann und will, ist, wenn in sozialen Medien zur Ermordung des mutmaßlichen Mörders aufgerufen wird. Sowas geht gar nicht – solche Entgleisungen dürfen wir nicht zulassen! Und sie könnten auch Straftaten sein – und dann müssen solche Aufrufe meiner Meinung nach mit voller Härte und Konsequenz verfolgt werden.

Auch wenn es manchmal schwer zu ertragen ist: Auch verurteilte Menschen haben Rechte. Das zeichnet einen Rechtsstaat aus. Und wer Selbstjustiz übt – auch verbal – dem muss immer klar sein, dass das ganze Rechtssystem zusammenfällt, wenn wir das dulden. Und: Es könnte dann auch mal Unschuldige treffen. Wollen wir das? Ich nicht!

Heiko Wirtz ist Redakteur im SWR Studio Mannheim-Ludwigshafen (Foto: SWR)
Heiko Wirtz ist Redakteur im SWR Studio Mannheim-Ludwigshafen
Ludwigshafen

Polizei prüft Maßnahmen Ludwigshafen: Hasskommentare gegen frei gelassenen mutmaßlichen Mörder

Nachdem ein verurteilter Mörder und Vergewaltiger aus Ludwigshafen aus der U-Haft freigekommen ist, hagelt es Hasskommentare im Netz. Die Polizei will Maßnahmen prüfen.

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