Corona-Patienten meist ungeimpft

Vierte Corona-Welle am Klinikum Ludwigshafen

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Im Klinikum Ludwigshafen rollt die vierte Corona-Welle. Der Klinikchef hat am Mittwoch zu lockere Corona-Regeln und Großveranstaltungen kritisiert. Zehn Corona-Patienten sind derzeit auf der Intensivstation, alle ungeimpft.

Städtisches Klinikum Ludwigshafen (Foto: SWR)
Das städtische Klinikum Ludwigshafen

Im städtischen Klinikum Ludwigshafen werden derzeit 22 Patienten wegen einer Corona-Infektion behandelt, teilte Klinikgeschäftsführer Hans-Friedrich Günther am Mittwoch bei einem Pressetermin mit. Nur drei von ihnen seien vollständig geimpft und hätten recht milde Krankheitsverläufe. Alledings liegen zehn Corona-Patienten auf der Intensivstation.

Die Zahlen der Corona-Patienten im Klinikum steigen - vor einer Woche noch waren es 13 Patienten, die meisten davon junge Menschen. Auch die schweren Verläufe würden zunehmen, sagte der Klinikchef und plädiert fürs Impfen.

"Die Impfung hilft ganz klar gegen schwere Corona-Verläufe. Es ist total sinnvoll, sich impfen zu lassen"

Appell an die Gesellschaft

Die vierte Corona-Welle hätte nicht sein müssen, betont Klinikgeschäftsführer Günther. Trotz Impfung müssten die Abstands- und Masken-Regeln weiter eingehalten werden, weil dennoch das Virus weitergegeben werde. Günther wünsche sich klarere Regeln von der Politik und kritisierte Veranstaltungen wie Fußballspiele und das Filmfestival, auf denen sich tausende Menschen ohne Masken begegneten. "Ist gesetzlich zwar zulässig, aber medizinisch nicht sinnvoll", so Günther.

Klinikchef rechnet mit Millionenminus wegen Corona

Der Geschäftsführer appellierte auch an die Öffentlichkeit, aus Angst vor einem Klinikaufenthalt Krankheiten nicht zu verschleppen. "Im Krankenhaus ist man wirklich sicher", sagte Günther. "Wir machen sehr viel mehr gegen das Virus als gesetzlich vorgeschrieben ist." Dieser Mehraufwand werde aber von keinem vergütet.

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Streit um Impfpflicht der Klinikum-Mitarbeiter

Die 3.500 Mitarbeiter des Klinikums bekommen bereits Ende September Drittimpfungen. Die Nachfrage sei groß, so Günther. Die Impfungen der Mitarbeiter hatten zuvor im Klinikum für Aufregung gesorgt. Nicht-geimpften Mitarbeitern hatte das Klinikum angedroht, sie nicht zu befördern oder Zeitverträge zu beenden. Es gebe einen Unterschied zwischen Impfskeptikern und -verweigerern.

"Die Impfverweigerer, für die die Anweisungen gelten, sind nicht 'die Armen'. Sie stellen ihre eigenen Interessen über die des Hauses, der anderen Mitarbeiter und der Patienten."

Für Ärger hatte auch gesorgt, dass zwei Pflegeschüler, die sich nicht impfen lassen wollten, nach ihrer Ausbildung nicht übernommen wurden. Der Betriebsrat hatte deshalb der Neueinstellung von 36 neuen Pflegerinnen nicht zugestimmt.

Impf-Auseinandersetzung wurde gerichtlich entschärft

Das Klinikum klagte. Das Arbeitsgericht ließ bei der Verhandlung durchblicken, den nicht-geimpften Schülern fehle die Eignung für ihren Beruf. Der Betriebsrat hat daraufhin seine Blockade aufgegeben. Er sehe die Anweisung der Geschäftsleitung aber weiterhin sehr kritisch, sagte der Betriebsratsvorsitzende dem SWR. Man könne – wenn das Klinikum wolle – für die "Unvernünftigen" Arbeitsplätze suchen, auf denen sie ihre Kollegen und die Patienten nicht gefährden. Mittlerweile sind 91 Prozent der Mitarbeiter des Klinikums Ludwigshafen gegen Corona geimpft, bei den Ärzten sind alle geimpft.

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