Negativ-Trend seit Coronakrise

Mehr gefährdete Kinder in Ludwigshafen

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2020 gab es im Bereich des Jugendamtes Ludwigshafen deutlich mehr Verdachtsfälle auf eine Kindeswohlgefährdung als im Vorjahr. Das Jugendamt nennt einen Anstieg um 27 Prozent.

Somit liegt Ludwigshafen sogar deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Laut dem Statistischen Bundesamt mussten die Jugendämter bundesweit 12 Prozent mehr Verdachtsfällen auf Kindeswohlgefährdung nachgehen.

Kind in einer selbst gebauten Höhle aus Decken, Kissen und Kartons (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa-tmn, Mascha Brichta)
Die Lockdowns haben die Kontakte zu Kindern und ihren Familien erschwert. dpa-tmn, Mascha Brichta

Zwei Gründe, warum der Negativ-Trend weitergeht

Laut Lars Heene, dem Jugendamtsleiter der Stadt Ludwigshafen, habe sich der Negativ-Trend 2021 sogar noch gesteigert. Vor allem in dem Bereich, was die akute Gefährdung der Kinder und Jugendlichen angeht, die auch ein Eingreifen des Jugendamtes nötig macht.
Zwei negative Gründe hätten für den starken Anstieg gesorgt: Zum einen habe es durch monatelange Schulschließungen keinen Kontakt zu den Kindern gegeben, zum anderen hätten Familien durch die Pandemie weniger Beratungsangebote wahrgenommen.

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Bundeshilfe geht viel um Bildung, zu wenig um Psyche

Seit 2013 verzeichne man für Ludwigshafen stetig ansteigende Zahlen der Kindeswohlgefährdung, so das Jugendamt. Leider habe man auch wenig finanzielle Mittel, um den Negativ-Trend zu stoppen. Das Corona-Aufholprogramm der Bundesregierung würde sich hauptsächlich auf den Bildungsbereich konzentrieren, weniger auf die Wiederherstellung des körperlichen und seelischen Wohls von Kindern und Jugendlichen.

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