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Wie schafft man es, dass weniger Lebensmittel in der Mülltonne landen? Das Studierendenwerk Vorderpfalz setzt dabei auf künstliche Intelligenz - offenbar mit Erfolg.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Abfallmenge sei durch den Einsatz von Algorithmen um 38 Prozent zurückgegangen, teilte das Studierendenwerk am Donnerstag mit. Landeten im Jahr zuvor an den Mensa-Standorten Landau und Ludwigshafen jeden Tag im Schnitt 74 Essen im Müll, sind es jetzt noch 46.

Algorithmus berücksichtigt auch das Wetter

Seit eineinhalb Jahren setzt das Studierendenwerk Vorderpfalz nach eigenen Angaben künstliche Intelligenz bei der Planung ein. Sie berechnet, wie viele Mahlzeiten an welchem Tag vermutlich benötigt werden. Der Algorithmus berücksichtigt Faktoren wie das Wetter, aber auch hochschulinterne Veranstaltungen wie etwa Prüfungswochen, die sich auf die Zahl der potentiellen Mensa-Besucher auswirken, oder auch die Beliebtheit bestimmter Mahlzeiten. Der Küchenchef entscheidet dann, ob er seine eigene Planung dem Algorithmus anpasst.

Software lernt dazu

"Je länger der Algorithmus eingesetzt wird, umso genauer werden die Prognosen", sagt der Leiter der Hochschulgastronomie des Studierendenwerks, Andreas Dubiel. Und je weniger Essen in der Tonne landet, um so stabiler bleiben die Mensapreise.

Ausgezeichnete Software für Künstliche Intelligenz

Die Software, die das Studierendenwerk bei der Planung einsetzt, heißt "delicious data" und stammt von der gleichnamigen Firma aus München. Sie wurde im April für den bundesweiten Umweltpreis "Zu gut für die Tonne" nominiert. Außerdem hat das Studierendenwerk Vorderpfalz damit den rheinland-pfälzischen Umweltpreis 2019 bekommen.

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