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Die Corona-Zahlen sind überall hoch - aber an manchen Orten sind sie noch höher als an anderen. Speyer ist der Hotspot in Rheinland-Pfalz - hier gibt es die meisten Corona-Infizierten, auch Ludwigshafen ist vorne mit dabei. Warum eigentlich?

Das beschauliche 50.000-Einwohner-Städtchen Speyer hat landesweit in Rheinland-Pfalz die meisten Corona-Infizierten. Nach aktuellem Stand (26.11.) liegt der Inzidenzwert bei 365,9. Dieser Wert gibt die Zahl der Infizierten innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner an. Vor vier Wochen lag der Wert in Speyer noch bei 34,6 - weit davon entfernt, ein Hotspot zu sein.

Stadt Speyer überrascht von starkem Anstieg der Corona-Fälle

In der Stadt habe man nicht damit gerechnet, dass die Zahlen so schnell nach oben schnellen würden. "Die Intensität und Geschwindigkeit haben uns selbst überrascht", sagt eine Sprecherin. Laut Stadt sind die hohen Zahlen im Wesentlichen auf zwei Hotspots zurückzuführen: Corona-Infektionen in zwei Speyerer Seniorenheimen. In einem der beiden Seniorenheime wurden 107 Personen getestet, davon waren 40 positiv, fünf Personen müssen noch einmal getestet werden. Im zweiten Seniorenheim wurden 39 Personen getestet, davon 18 positiv.

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Corona-Hotspots in Altenheimen und Asylbewerberunterkunft

Einen weiteren Hotspot gibt es laut Stadt in der Speyerer Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA). Auf Nachfrage bei der zuständigen Behörde ADD sind aktuell noch 41 von zuvor 70 Asylbewerbern erkrankt. Sie sind in einer Sporthalle untergebracht.

"Als Stadt mit einer hohen Dichte an Alters- und Pflege- sowie Bildungseinrichtungen mussten wir daher leider auch damit rechnen, dass es früher oder später zu solchen Hotspots kommt."

Lisa Eschenbach, Sprecherin der Stadt Speyer

Mehr Tests, höhere Infektionszahlen?

Außerdem seien mehr Tests durchgeführt worden, so die Sprecherin, sodass man daher mehr Corona-Infizierte gefunden habe, "die wir sonst nicht entdeckt hätten." Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes betreibt in Speyer ein mobiles Abstrichzentrum, das seit Anfang November Reihentests mit über 1.000 einzelnen Abstrichen durchgeführt habe. "Als Stadt mit einer hohen Dichte an Alters- und Pflege- sowie Bildungseinrichtungen mussten wir daher leider auch damit rechnen, dass es früher oder später zu solchen Hotspots kommt", so die Sprecherin. Auch 45 Schüler verschiedener Schulen sind nach Angaben der Schulbehörde ADD in Speyer (Stand 23.11.) mit Corona infiziert.

120 Schüler in Ludwigshafen mit Corona infiziert

Nach Speyer und Mainz steht die Stadt Ludwigshafen an dritter Stelle in Rheinland-Pfalz, was die Corona-Zahlen angeht: Der Sieben-Tages-Inzidenzwert lag am Dienstag bei 202 Infizierten, am Donnerstag sank er leicht auf 184 (Stand: 26.11.), so das zuständige Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises. Knapp über die Hälfte der Corona-Fälle machen offenbar Schüler aus: Allein 120 Schüler im Stadtgebiet haben sich nach Behördenangaben mit Corona infiziert, 1.084 Schüler sind dort in Quarantäne.

Kein Corona-Hotspot in Ludwigshafen

Aber wo haben sich die Menschen angesteckt? In Ludwigshafen gebe es keine Hotspots wie in Speyer, sagt die Sprecherin des Kreisgesundheitsamtes, Cornelia Barnewald. Von großen Privatfeiern, bei denen sich Menschen angesteckt haben könnten, sei in Ludwigshafen auch nichts bekannt. Auch Altenheimbewohner seien infiziert. Allerdings würden Menschen jetzt wieder in geschlossenen Räumen sitzen, das Infektionsrisiko steige und es werde vielleicht zu wenig gelüftet. Das Gesundheitsamt arbeite jedenfalls an der Grenze der Belastbarkeit, so die Sprecherin.

Mitarbeiter der Gesundheitsämter am Limit

Auch in der Ludwigshafener Fieberambulanz - gegenüber dem städtischen Klinikum - wird getestet wie am Fließband. Die Nachfrage sei riesig: Vor kurzem hätten die Mitarbeiter dort 700 Corona-Abstriche an einem einzigen Tag gemacht, sagt der Beigeordnete Andreas Schwarz (SPD). 67 Tests und damit zehn Prozent seien positiv gewesen.

Wo sich die Menschen angesteckt haben, wird hier nicht ermittelt - dafür ist auch das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises zuständig. Dort wurden Stellen wegen der Corona-Pandemie aufgestockt. Von den 160 Mitarbeitern seien 100 allein damit beschäftigt, die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen, sagt Sprecherin Cornelia Barnewald. Diese Kontakt-Nachverfolgung werde angesichts der steigenden Zahlen "immer schwieriger." Und damit auch die Antwort auf die Frage, wo sich die meisten Menschen derzeit anstecken.

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