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Es soll der "schönste Tag im Leben" werden, wenn er wegen Corona denn mal endlich stattfinden könnte. Eine Braut, ein Location-Betreiber und eine Brautmode-Verkäuferin erzählen vom Heiraten in der langen Coronazeit.

Ein Brautpaar sitzt auf Stühlen (Foto: Jeremy Wong/Unsplash)
Symbolbild: Ein Brautpaar wartet auf die Hochzeit. Jeremy Wong/Unsplash

Die Hochzeitslocations sind dicht, die Brautläden auch – und keiner weiß, wann wieder normal Hochzeit gefeiert werden kann. Wer im vergangenen Jahr verschieben musste, dem blieben kaum noch Ersatztermine, weil Locations lange vorher ausgebucht sind - natürlich auch im Sommer 2021.

Die Braut - Hochzeit bald zum dritten Mal verschieben?

Sina Leis aus Neuburg in der Südpfalz will endlich Hochzeit feiern. Ihr Brautkleid ist ein Traum in weiß, die Hochzeitsplanung allerdings ein Alptraum. Der erste Termin wäre im März 2020 gewesen, dann kam der erste Corona-Lockdown. Der zweite wäre Mitte November gewesen - wieder Lockdown. "Jetzt sind wir beim dritten Termin Anfang März dieses Jahres, und ja, man rechnet damit, dass es nicht stattfinden wird.“

Standesamtlich geheiratet wurde schon, das Feste sollte folgen. Seit fast zwei Jahren planen die 29-Jährige und ihr Mann Wila das Fest mit 75 Gästen - ganz romantisch in einem Weingut in Bad Dürkheim.

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Der Location-Besitzer - Alle wollen, keiner darf

Sina Leis will im Garten des Alten Weinguts am Maxbrunnen (Bad Dürkheim) heiraten. Weingut-Chef Martin Scheuber denkt schon an die kommenden Monate. Keiner wisse, wie es im März, April oder Mai aussieht.

Eigentlich sei der Terminkalender voll mit Hochzeitsterminen. Doch aktuell ist das Weingut zu, macht Verluste. Schon letztes Jahr wurden viele Hochzeiten abgesagt. Für Scheuber ist klar: "Das Einzige, was wir machen können: Wir können Ersatztermine im November, Dezember 2021 und Januar 2022 wieder anbieten."

Die Brautmoden-Verkäuferin - Onlineverkauf ist keine Option

Ein alternativer Onlineverkauf wie es Bekleidungsläden oder Sportgeschäfte jetzt machen, ist für den Brautladen nicht möglich.

"Ich kann ja kein Kleid zum Kunden schicken und sagen: 'Probier‘ mal an, wenn es nichts ist, schick es wieder zurück'."

Sue Kern, Brautmodengeschäft-Besitzerin

Im „Brautlädchen“ einem Brautmodengeschäft in Venningen (Kreis südliche Weinstraße) hatte Sina Leis ihr Traumkleid zum Glück schon gefunden vor der Pandemie. Sie würden mit den Schließungen nämlich sehr kämpfen, so Inhaberin Sue Kern. Der Laden habe Verluste ohne Ende - "Nullkommanull Einnahmen. Es ist einfach so.“

Eine braut hält einen Brautstrauß (Foto: Nikki Gibson/Unsplash)
Symbolbild: Braut Nikki Gibson/Unsplash
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