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Unbekannte Hacker haben Ende vergangener Woche einen IT-Dienstleister in den USA angegriffen. Das ist jetzt immer noch für eine Firma für Ettiketten in Grünstadt eine Katastrophe.

Nach dem Hackerangriff auf die digitale Datenbank in den USA funktionieren auch bei dem Grünstadter Verpackungsetiketten-Hersteller Kilian Druck in Grünstadt keine Computer mehr. Die Firmengeschäftsführerin Silke Krajewski rechnet mit Kosten von bis zu mehreren hunderttausend Euro.

Alle Computer sehen still

Am späten Sonntagabend sei sie vom IT-Dienstleister in den USA angerufen worden. An Schlaf war danach nicht mehr zu denken. Am Montag zur Frühschicht bestätigte es sich: Jeder Rechner, der seit Freitagabend angeschaltet worden war, funktionierte nicht. Sie waren mit dem Netzwerk verbunden und die Dateien waren verschlüsselt worden.

Alle Computer stehen seither still. Einige müssen komplett neu installiert werden. Andere, wie der Laptop von Geschäftsführerin Krajewski, müssen eingeschickt und wahrscheinlich ausgetauscht werden. Die Mitarbeiter arbeiten derzeit von zuhause vom Privatrechner aus.

Produktion läuft verlangsamt

Glücklicherweise seien die Produktionsmaschinen nicht betroffen. Sie sind an ein separates Netzwerk angeschlossen. Bei der Produktion muss jetzt aber alles - wie früher - manuell erfasst werden, damit die Firma überhaupt etwas produzieren kann. Das heißt: Jede Menge Papierkram.

Das funktioniert nur, weil die Mitarbeiter ohnehin noch zusätzlich handschriftlich Aufträge vorbereiten und alle Daten samt den Mustern der Etiketten auf Umschlägen eingetragen. Allerdings dauere die Produktion dadurch länger.

Auch sei es schwierig, bereits fertiggestellte Produkte im Lager der Firma zu finden, weil auf den Umschlägen nur grobe Angaben zum Lagerort vermerkt sind.

Nur eine von tausenden betroffenen Firmen

Der IT-Dienstleister ist mit seinen Mitarbeitern täglich vor Ort, alle Server werden platt gemacht und jeder einzelne PC getestet. Zurzeit werden ein Backup hochgeladen. Das kann dauern, weil die Backups der vielen betroffenen Firmen des IT-Dienstleisters jetzt alle aufgespielt werden und der Server überlastet ist.

Für mich ist Priorität 1: Wir müssen wieder ins Arbeiten kommen. Wir müssen das aufholen, was in den letzten Tagen ausgefallen ist.

Krajewski will die IT-Firma in Regress nehmen, außerdem hat ihre Firma eine Cyberversicherung. Dennoch ist sie nicht sauer auf den IT-Dienstleister. Das könne jedem passieren. Man müsse jetzt gucken, dass man den Schaden jetzt gemeinsam repariert.

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