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Nach rund zwei Wochen ist die Quarantäne für die 122 China-Rückkehrer im pfälzischen Germersheim zu Ende gegangen. Die zuständigen Politiker dankten der Bevölkerung vor Ort für ihre Gelassenheit.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

"Die Bevölkerung hat es auch so gesehen, dass wir eine Verantwortung gehabt haben für die deutschen Staatsbürger, die sich in der Krisenregion befunden haben", sagte Thomas Gebhart (CDU), Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium am Sonntagnachmittag vor der Bundeswehrkaserne in Germersheim. Er dankte ausdrücklich der Bevölkerung in der Region Südpfalz für ihre Gelassenheit.

Viele Überstunden bei Helfern

"Es ist das beste Ergebnis, was man sich vorstellen kann", sagte Landrat Fritz Brechtel (CDU). Nach drei Tests und einer weiteren Untersuchung sei feststellt worden, dass keiner der Rückkehrer aus dem chinesischen Wuhan das Coronavirus in sich trage. Das sei eine große Beruhigung für die Bevölkerung. Brechtel dankte allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Hunderte, wenn nicht sogar tausende Überstunden seien angehäuft worden. Die Vorlaufzeit für die Quarantäne-Aktion sei minimal gewesen, erinnerte er. "Ihr habt gezeigt, dass die Bundesrepublik Deutschland, die Gesellschaft, auch in solchen Situationen gut funktioniert", so Brechtel an alle Beteiligten.

Die ersten Rückkehrer verließen bereits um 12 Uhr das Kasernengelände. Etwa 40 Personen wurden von Familienangehörigen und Freunden mit dem Auto abgeholt. Die übrigen wurden von der Bundeswehr in zwei Reisebussen zu Flughäfen und Bahnhöfen gebracht. Allen wurde schriftlich bestätigt, dass sie frei sind von der neuen Lungenkrankheit. Die 122 Menschen waren seit dem 1. Februar in der Süpfalz-Kaserne in Germersheim eingeschlossen.

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Spahn: Quarantäne zum Schutz der Bevölkerung nötig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich erfreut. Die Quarantäne sei notwendig gewesen, "um die Rückkehrer selbst, ihr Umfeld und die gesamte Bevölkerung zu schützen", betonte er. So habe man gleich zu Beginn zwei Infizierte entdecken und behandeln können. Diese Patienten waren bereits am Freitag aus der Uniklinik Frankfurt entlassen worden.

Auch 22 Helfer des Deutschen Roten-Kreuzes hatten die vergangenen Tage in der Kaserne verbracht. Die Quarantänezeit von 14 Tagen rührte daher, dass die maximale Inkubationszeit, also die Frist von der möglichen Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch, so lange dauert.

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Der Kommandeur der Südpfalz-Kaserne, Peter Eckert, lobte das Verhalten der China-Rückkehrer, sie seien sehr diszipliniert gewesen. Das habe die Lage beherrschbar gemacht. "Es war eine besondere Situation für uns alle. Das hat hervorragend miteinander funktioniert", sagte Eckert.

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