Pfalzwerke verkaufen Geothermiekraftwerk Insheim an Vulcan Energie (Foto: Pressestelle, Pfalzwerke Aktiengesellschaft)

Kommt bald Lithium für Batterien aus Insheim?

Ludwigshafener Pfalzwerke verkaufen Geothermiekraftwerk

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Das Geothermiekraftwerk Insheim (Kreis Südliche Weinstraße) hat ab 2022 einen neuen Eigentümer. Nach rund zehn Jahren verkauft der Energieversorger Pfalzwerke die Anlage an die Karlsruher Firma Vulcan Energie.

Geothermiekraftwerk Insheim Pfalzwerke Geofuture (Foto: SWR)
Geothermiekraftwerk Insheim: Förderanlage wird bisher ausschließlich zur Stromerzeugung genutzt.

Pfalzwerke kehren Geothermie den Rücken

Die Pfalzwerke mit Sitz in Ludwigshafen wollen sich nach eigenen Angaben künftig bei den Erneuerbaren Energien vor allem auf Windkraft und Photovoltaik konzentrieren und diesen Bereich weiter ausbauen. Dabei geben sie auch zu, dass sie mit dem Geothermiekraftwerk Insheim keine Gewinne erzielen konnten. Der Grund: Das heiße Wasser aus der Tiefe wird nur zur Stromerzeugung genutzt und nicht dafür, die angrenzenden Haushalte mit Wärme zu beliefern. Außerdem könne auch weniger Tiefenwasser gefördert werden als ursprünglich erwartet.

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Vulcan Energie: Lithium-Tests in Insheim geplant

Das Unternehmen Vulcan Energie wird 100-prozentiger Eigentümer. Die Firma hat angekündigt, das jetzige Mitarbeiter-Team in Insheim zu übernehmen und das Geothermiekraftwerk nicht nur weiterzuführen, sondern auch zu modernisieren und auszubauen. Künftig soll die Anlage nicht nur Strom erzeugen, sondern auch Wärme liefern. Vor allem aber soll sie das für die Energiewende so wichtige Leichtmetall Lithium liefern.

Geothermiekraftwerk wird verkauft (Foto: Pressestelle, Pfalzwerke Aktiengesellschaft )
v.l. Thorsten Weimann, Geschäftsführer der Vulcan Gruppe und Dr. Werner Hitschler, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke Aktiengesellschaft. Pressestelle Pfalzwerke Aktiengesellschaft

Das sogenannte weiße Gold soll mit Hilfe eines anderen Stoffes aus dem Thermalwasser herausgelöst werden. Dazu führt Vulcan Energie gerade Tests im benachbarten Geothermiekraftwerk in Landau durch. Nach Firmenangaben wird die Pilotanlage danach in Insheim zum Einsatz kommen.

Insheim soll ab 2024 Lithium für Autobatterien liefern

Das für die Energiewende so wichtige Leichtmetall will Vulcan Energie bereits Ende 2024 kommerziell fördern, nicht nur in der Pfalz, sondern auch in weiteren Geothermiekraftwerken in Baden-Württemberg und Hessen. Das Lithium soll als flüssige Lösung zu einer Fabrik bei Frankfurt transportiert werden. Dort werde es in Lithiumhydroxid umgewandelt, das dann direkt für die Herstellung von Autobatterien verarbeitet werden könne. Das soll in einer neuen Batteriefabrik in Kaiserslautern geschehen. Das Karlsruher Unternehmen hat nach eigenen Angaben schon genug Abnehmer. Man habe mehrere Verträge unterzeichnet, unter anderem mit VW und dem europäischen Automobilhersteller Stellantis.

Ein Mitarbeiter steht im Geothermiekraftwerk neben einem großen Ventilator.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Ein Mitarbeiter steht im Geothermiekraftwerk neben einem großen Ventilator. Picture Alliance

Geothermiekraftwerk in der Vergangenheit umstritten

Das Geothermiekraftwerk Insheim ging im November 2012 an den Start. Das heiße Tiefenwasser wird aus etwa 3.600 Metern Tiefe gefördert. Eine Bürgerinitiative hatte sich in der Vergangenheit mehrfach gegen das Kraftwerk gewehrt, weil es Erdstöße auslöste und Risse an Häusern verursacht haben soll.

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SWR