Das Archivbild von 1921 zeigt das Oppauer Werk der BASF nach der Explosionskatastrophe. (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance / dpa)

100. Jahrestag

BASF-Chef: "Unglück von 1921 ist eine eindringliche Mahnung"

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Der BASF-Vorstand und die Stadt Ludwigshafen haben am Dienstag der Opfer des BASF-Unglücks vor 100 Jahren gedacht. Bei zwei Explosionen wurde am 21. September 1921 der Stadtteil Oppau fast völlig zerstört, 561 Menschen starben.

100. Jahrestag: Kränze zum Gedenken an die Opfer des BASF-Unglücks von 1921 (Foto: SWR)
100. Jahrestag: Kränze zum Gedenken an die Opfer des BASF-Unglücks von 1921

Gedenken an die Opfer von 1921

Die BASF und Vertreter der Stadt Ludwigshafen haben am Dienstagvormittag auf dem Hauptfriedhof in Ludwigshafen, sowie den Friedhöfen in Oppau und Edigheim gemeinsam Kränze zum Gedenken an die Opfer des BASF-Unglücks vor 100 Jahren niedergelegt.

BASF-Chef Martin Brudermüller und Cornelia Reifenberg (CDU), Bürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, hielten kurze Reden.

BASF-Chef: Unglück ist eine Mahnung

"Wir werden die Opfer des 21. Septembers 1921 nie vergessen", sagte BASF-Chef Brudermüller. "Das Unglück von damals, aber auch jeder andere Unfall, der sich in einem BASF-Werk ereignet, ist für uns eine eindringliche Mahnung. Eine Mahnung, dass wir in der chemischen Industrie immer mit äußerster Umsicht arbeiten müssen. Eine Mahnung, dass wir alles Erdenkliche dafür tun müssen, dass solch ein Unglück nicht wieder geschieht."

Stadt Ludwigshafen in "Schicksalsgemeinschaft" mit BASF

Eine absolute Sicherheit gebe es jedoch leider nicht, sagte Brudermüller. Die Stadtspitze erklärte, die BASF und Stadt seien eine "Schicksalsgemeinschaft", die sich im Katastrophenfall immer gegenseitig unterstützen müsse.

Cornelia Reifenberg, Bürgermeisterin in Ludwigshafen, bei der Gedenkfeier (Foto: SWR)
Cornelia Reifenberg, Bürgermeisterin in Ludwigshafen, bei der Gedenkfeier

BASF-Unglück 1921: Mehr als 500 Menschen starben

Bei dem verheerenden Unglück am 21. September 1921 auf dem BASF-Werkegelände starben damals insgesamt 561 Menschen - etwa 2.000 wurden durch die beiden Explosionen verletzt. Der Knall war bis München zu hören - noch in Heidelberg und Frankfurt gingen Fensterscheiben zu Bruch. Der Ludwigshafener Stadtteil Oppau wurde fast vollständig zerstört.

Ludwigshafen

100. Jahrestag der BASF-Explosion BASF-Unglück von 1921: Knall bis nach München zu hören

Der Knall der Explosion auf dem BASF-Werksgelände war bis München zu hören, in Frankfurt zerbarsten Fensterscheiben. Bei dem BASF-Unglück vor 100 Jahren am 21. September 1921 starben mehr als 500 Menschen. Wir blicken zurück.  mehr...

Ursache waren Sprengungen im Düngemittel-Silo

Auslöser der beiden kurz aufeinander folgenden Explosionen waren sogenannte Lockerungs-Sprengungen in einem Düngemittel-Silo der BASF im Ludwigshafener Stadtteil Oppau. Mit diesen damals üblichen Sprengungen wurde das Düngemittel aufgelockert. Das BASF- Unglück von 1921 galt als bis dato größte Industriekatastrophe der Welt.

BASF Unglück 1921 in Ludwigshafen-Oppau (Foto: Stadtarchiv Ludwigshafen)
Nach der Explosionskatastrophe standen die Einwohner der Stadt unter Schock. Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Am 21. September 1921 explodierte im Oppauer Werk der BASF ein Silo mit Düngemittel. Bei dem Unglück starben 561 Menschen und fast 2.000 wurden verletzt. picture-alliance / dpa Bild in Detailansicht öffnen
Die Wucht der Explosion war gewaltig und zerstörte zahlreiche Häuser in Ludwgshafen-Oppau. Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Viele Familien mussten nicht nur Tote beklagen, sondern wurden obdachlos. Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Ein zerstörtes Wohnhaus in der Blumenstraße, der heutigen Heinrich-Caro-Straße in Ludwigshafen Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Ruinen des BASF-Werks Ludwigshafen-Oppau: Die Explosion 1921 riss einen riesigen Krater ins Erdreich. picture alliance / arkivi Bild in Detailansicht öffnen
Tausende Menschen beim Trauerzug nach dem Unglück Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Ein Bericht in der Werkzeitung der BASF Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Helfer auf dem BASF-Werksgelände Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Der Knall der Explosion war bis nach München zu hören - 360 Kilometer entfernt. Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen
Der Stadtteil Oppau wird wieder neu aufgebaut. Stadtarchiv Ludwigshafen Bild in Detailansicht öffnen

Ludwigshafen unter Schock

Der Schock nach dem Unglück war groß, viele Menschen hatten Angehörige verloren und waren obdachlos geworden. Die Anteilnahme war riesengroß, wie das Foto des Trauerzugs damals zeigt.

BASF Unglück 1921 in Ludwigshafen-Oppau (Foto: Stadtarchiv Ludwigshafen)
Stadtarchiv Ludwigshafen
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