Teile des Betriebsgeländes der Firma Gechem in Kleinkarlbach bei Grünstadt. (Foto: SWR, David Luding)

Wirtschaftliche Folgen des Krieges in der Ukraine

Lkw aus Russland für Pfälzer Unternehmen kommt nicht weiter

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Auch wenn die Kämpfe in der Ukraine mehr als 1.000 Kilometer entfernt stattfinden, schadet der Krieg auch der Wirtschaft in der Pfalz.

Laut der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz bekommen die regionalen Unternehmen die wirtschaftlichen Folgen des Krieges in der Ukraine vor allem durch steigende Energiepreise zu spüren. Die Geschäftsbeziehungen von pfälzischen Unternehmen nach Russland oder in die Ukraine sind volkswirtschaftlich laut IHK nicht allzu hoch zu bewerten. Beide Länder liegen nicht unter den Top 15-Staaten bei den Handelsbeziehungen.


Unternehmen: Lieferketten durch Krieg in Ukraine unterbrochen

Beim mittelständischen Chemieunternehmen Gechem in Kleinkarlbach bei Grünstadt (Kreis Bad Dürkheim) ist dies anders. Die Vorderpfälzer bekommen die Folgen des Krieges in erster Linie durch gerissene Lieferketten zu spüren. Wichtige Rohstoffe für die Produktion kommen aus Russland - auf eine Lieferung von dort wartet das Unternehmen nun vergebens.

Das Chemieunternehmen Gechem beschäftigt 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Vorderpfalz stellt die Firma unter anderem Geschirrspültabs, WC-Tabs oder auch Entkalker-Tabs her. Seine Rohstoffe muss Gechem nun vorerst aus anderen Regionen beziehen - dafür muss Geschäftsführerin Martina Nighswonger mutmaßlich mehr Geld bezahlen. Preissteigerungen wegen gerissener Lieferketten belasten das Unternehmen bereits aus der Corona-Pandemie.

Der Krieg in der Ukraine und die Folgen für die Firma: Das ist zurzeit das größte Problem für Gechem. Zugesetzt haben dem Kleinkarlbacher Unternehmen aber - neben der Pandemie - auch geschlossene Häfen in Norddeutschland durch Sturmfluten.

"Es ist ja schon teuer geworden, Hauptrohstoffe von uns haben sich zwischen 100 und 300 Prozent im letzten Jahr verteuert. Das sind Zahlen, da hat man früher gezweifelt, ob man einen Schreibfehler gemacht hat."

Für Gechem werden die kommenden Wochen schwierig. Wie sehr der Krieg in der Ukraine dem kleinen Unternehmen aus der Vorderpfalz zusetzen wird, sei noch nicht abzusehen. Geschäftsführerin Martina Nighswonger gibt sich in jedem Fall kämpferisch, ist dabei aber auch besorgt: "Es wird spannend, das ist eine echte Herausforderung, die es jetzt zu bewältigen gibt."

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