Gasleitungsarbeiten zwischen Oppau und Edigheim

Maschinen auf umstrittener Baustelle in Ludwigshafen geklaut

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Baustellendiebstahl – ein Thema, das so oft in den Nachrichten auftaucht, dass es oft keine größere Erwähnung wert ist. In diesem Fall geht es aber um die Gascade-Baustelle, die nach Angaben des Unternehmens rund um die Uhr bewacht wird.

Laut Polizei sind am Wochenende zwei Rüttelmaschinen auf der Baustelle gestohlen worden, Wert: etwa 6000 Euro. Gascade bestätigt das, schätzt den finanziellen Schaden jedoch weit geringer ein. Die Maschinen hätten dem Pressesprecher George Wüstner zufolge wohl außen am Bauzaun gestanden. Was genau passiert sei, müsse man jetzt erst klären. Das Unternehmen habe aber volles Vertrauen zu dem Sicherheitsdienst.

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Darum ist bei den Arbeiten Security dabei

Seit gut drei Wochen erneuert Gascade zwischen Oppau und Edigheim die Isolierung an einer Gasleitung; eigentlich reine Routine. Dass diese Baustelle schon weit vor dem ersten Spatenstich viel diskutiert worden ist, liegt an der Vorgeschichte: Im Oktober 2014 kam es bei einer ähnlichen Baumaßnahme in Oppau zu einer Gasexplosion, zwei Arbeiter starben.

Die Firma spricht heute von menschlichem Versagen. Deswegen bemüht sie sich, wo sie kann, Vertrauen zurückzugewinnen. Es gab eine Info-Veranstaltung, während der ersten Bauphase wurde eigens ein Mitarbeiter abgestellt, um Fragen zu beantworten, die Handynummer des Pressesprechers kursiert unter den Anwohnern und: Das Unternehmen hat sich bereiterklärt, einen Sicherheitsdienst zu engagieren, als die Sorge geäußert wurde, nachts könne sich jemand an der Baustelle zu schaffen machen.

Gasexplosion Ludwigshafen-Oppau 2014 (Foto: SWR)
Bei der Explosion am 23. Oktober 2014 entstand ein riesengroßer Krater im Ludwigshafener Stadtteil Oppau. Bild in Detailansicht öffnen
Bilder wie aus dem Kriegsgebiet: Verstaubte und zertrümmerte Autos. Bei Bauarbeiten war damals eine Hochdruckleitung explodiert. Bild in Detailansicht öffnen
... Kunstoff am Unglücksort schmolz wegen der großen Hitzeentwicklung ... Bild in Detailansicht öffnen
... auch Autos hielten nicht stand .... Bild in Detailansicht öffnen
Eine schwarze Rauchwolke und die Feuerwehr am Unglücksort Bild in Detailansicht öffnen
Bei dem Unglück starben zwei Arbeiter, außerdem wurden mehr als 20 weitere Menschen verletzt Bild in Detailansicht öffnen
Fassungslosigkeit bei den Einsatzkräften und Anwohnern Bild in Detailansicht öffnen
Bei dem Unglück kümmerten sich die Rettungskräfte um Verletzte Bild in Detailansicht öffnen

Die Strategie geht auf

Stefan Kraft ist erster Vorsitzender vom benachbarten Sportverein TV Edigheim, auf dessen Gelände sich Gascade Ende Juli mit Anwohnern getroffen hat. Natürlich habe er Bedenken, sagt Kraft: Die habe wohl jeder, der das 2014 mitbekommen hat. Er selbst habe bei der Veranstaltung aber alle seine Fragen vom Unternehmen direkt beantwortet bekommen und sei damit auch zufrieden gewesen. Der Baustellendiebstahl irritiere ihn allerdings. Uwe Groll, ein Anwohner, der nach der Explosion über Monate nicht in seine Wohnung konnte, sagt, er mache sich keine Sorgen. Er sei Handwerker und Pragmatiker: Wenn die Firma wie versprochen die Leitung zunächst mit dem Spaten lokalisiert, ehe schweres Gerät zum Einsatz kommt, besteht aus seiner Sicht keine Gefahr.

Gascade Explosion - Vergleich heute und damals (Foto: SWR)
So sieht es heute an dem Krater aus, den die Explosuon 2014 gerissen hatte

120 von 300 Metern Gasleitung sind bereits fertig

Die Firma arbeitet sich Schritt für Schritt an der Leitung entlang und erneuert die Isolierung. Wenn alles weiter nach Plan läuft, können die Arbeiten laut Gascade spätestens Anfang Oktober abgeschlossen werden.

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