Warten auf Termine

Führerscheinumtausch in der Vorder- und Südpfalz verzögert sich

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Eine Woche vor dem Ablauf der ersten Umtauschfrist für alte Papier-Führerscheine ist die Nachfrage nach Terminen bei den Kommunen auch in der Vorder- und Südpfalz groß. Zum Teil muss man mehrere Monate auf einen Termin warten.

Ein alter Führerschein wird gegen einen neuen eingetauscht. (Foto: imago images, imago images/Andreas Gora)
Viele 1950er-Geborne müssen ihren Führerschein neu beantragen. imago images/Andreas Gora

Eigentlich ist der 19. Januar der Stichtag, bis zu dem die alten Führerscheine hätten umgetauscht werden müssen. Das gilt für alle, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden und einen Führerschein besitzen. Den alten "Lappen" oder "die blaue Pappe", wie sie genannt wurden, umzutauschen, dauert aber. Denn nicht überall bekommen die Betroffenen jetzt noch kurzfristige Termine.

Ludwigshafener müssen aktuell drei Monate auf Termine warten

In Ludwigshafen müssen Betroffene nach Angaben der Stadt derzeit drei Monate auf einen Termin warten. Dabei wurden bei der Führerscheinstelle in Ludwigshafen laut einem Stadtsprecher extra eineinhalb neue Stellen für diese Arbeit geschaffen.

Die Anträge für neue Führerscheine seien seit September stetig gestiegen. Durch Corona gäbe es auf dem Amt aber auch Einschränkungen. Etwa durch strenge 3G-Regelungen, Abstandsgebote für Amtsräume oder die Verzögerung bei der Nachlieferung von weiteren Dokumenten und Attesten für den Führerscheinumtausch, etwa weil auch Ärzte überlastet sind und es weniger Termine gibt.

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Schnelle Verfahren und Umtausch ohne Termin

Deutlich schneller geht es im Kreis Germersheim – hier bekomme man in ein bis zwei Wochen einen Termin. Auch die Kreisverwaltung in Bad Dürkheim vergibt kurzfristig Termine. In Speyer können Inhaber von Papierführerscheinen immer mittwochs und freitags vormittags ohne Termin einen Umtausch-Antrag stellen.

In Frankenthal gebe es ebenfalls großen Andrang, berichtet die Stadtverwaltung. Umtauscher könnten während der Öffnungszeiten ohne Termin kommen und nehmen dies auch wahr. Wenn jemand einen Termin wünscht, könne er telefonisch, online oder per E-Mail beantragen werden. Die meisten würden aber spontan vorbeikommen und kurze Wartezeit in Kauf nehmen.

Viele Akten müssen von Ort zu Ort gesendet werden

Eine Sprecherin aus Frankenthal erklärt außerdem, dass aktuell oft die Fahrerlaubnisakte der Knackpunkt für Verzögerungen sei. Diese benötigt das Amt neben Antrag, aktuellem Passbild und dem alten "Lappen" nämlich ebenfalls.

"Das eigentliche Problem liegt derzeit darin, dass bundesweit immens viele Führerscheinakten hin und hergeschickt werden, weil die Personen nicht mehr dort wohnen, wo sie einst ihren Führerschein erhalten haben", so Xenia Schandin, Sprecherin der Stadt Frankenthal. Da alle Führerscheinstellen am Limit arbeiten würden, könne es mehrere Wochen dauern, bis diese Akte jeweils ankomme. Diese Zeitspanne werde aktuell länger.

Wie lange dauert es, bis der neue Führerschein da ist?

Nach dem Antrag kann es außerdem nochmal drei bis sechs Wochen dauern, bis der neue Führerschein im Scheckkartenformat per Post da ist. Eigentlich würde ein Nicht-Umtausch ein Bußgeld nach sich ziehen, wenn man erwischt wird. Wegen der coronabedingten Verzögerungen auf den Ämtern, werden bis Mitte des Jahres allerdings keine Bußgelder verhängt.

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