STAND
AUTOR/IN

Förster Georg Spang ist verzweifelt. Unbekannte Täter haben im Wald der Gemeinde Otterstadt mehrere hundert Jungbäume abgeknickt. Jetzt ermittelt die Polizei.

Georg Spang war entsetzt, als er feststellte, was der oder die Täter in einer Jungkultur angerichtet hatten, denn Bäume sind enorm wichtig für das Überleben des Waldes in den Rheinauen. Rund 100 Jungbäumchen waren etwa 10 Zentimeter über dem Boden abgeknickt. "Da hing unser ganzes Herzblut dran", erzählt der Förster.

Video herunterladen (7,3 MB | MP4)

"Wir haben hart gekämpft, dass die Bäumchen die drei vergangenen Dürresommer überstehen. Und jetzt sowas."

Georg Spang, Forstrevier Schifferstadt Revierleiter

"Jeder Baum ist wichtig"

Die Jungpflanzen waren gesund und gerade am Ausschlagen. Sie sollten alte, kranke Bäume ersetzen. Denn dem Wald in den Rheinauen geht es sehr schlecht. "Rund die Hälfte der Eschen, Buchen und Ahorn-Bäume ist am Absterben", berichtet der Förster. Deshalb war die Jungkultur eingerichtet worden. Dort wuchsen zehn Baumarten, die trotz Klimawandels eine Überlebenschance haben in den Rheinauen. "Jeder kleine Baum ist wichtig für die Zukunft des Waldes."

Waren es Tiere?

Können Tiere für die Zerstörung der Kultur verantwortlich sein? Derzeit breiten sich ja neue Arten wie Biber und Nutrias entlang des Rheins aus. Auch Wildschweine richten in Land- und Forstwirtschaft immer wieder große Schäden an. "Unmöglich!", meint der Förster. "Die Jungbäume waren eingezäunt. Da kommt kein Tier ran."

Förster vermutet Dumme-Jungen-Streich

Georg Spang glaubte an einen Dumme-Jungen-Streich - und ließ neue Bäume pflanzen. Dann musste er aber feststellen, dass auch andere Teile des Otterstadter Waldes betroffen sind. Auf weiteren Baum-Verjüngungsflächen waren Bäume abgeknickt. Und auch außerhalb der Kulturen wurden Pflanzen zerstört. "Da ist jemand unterwegs, der ganz gezielt Jungbäume umknickt", vermutet der Förster. "Wahrscheinlich nachts, damit er von Spaziergängern nicht bei seinen Taten fotografiert oder gefilmt werden kann."

Schaden: Circa 6.000 Euro

Die Betroffenheit ist groß, nicht nur beim Förster und seinen Waldarbeitern. Auch der Ortsbürgermeister und der Ortsgemeinderat von Otterstadt, die die Waldverjüngung gemeinsam mit Förster Spang geplant und beschlossen hatten, sind verärgert. Denn nicht nur der Natur wird durch die Taten enorm geschadet. Auch der finanzielle Verlust ist groß. "Die Kosten für Kauf und Pflege eines Bäumchens betragen rund 20 Euro", sagt der Förster. Er schätzt den bisher entstanden Schaden auf mindestens 6.000 Euro. Georg Spang hat deshalb jetzt im Namen der Ortsgemeinde Otterstadt Anzeige bei der Polizei erstattet.

Speyer

35 Jahre nach Tschernobyl Wildschweine im Pfälzerwald teilweise noch radioaktiv

35 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl sind Wildschweine im Pfälzerwald zum Teil immer noch radioaktiv belastet. Das geht aus einem Bericht des rheinland-pfälzischen Landesuntersuchungsamtes in Speyer hervor.  mehr...

Wiesenbach

Zu wenig Regen Wiesenbach ruft Bürger zum Bäumegießen auf

Im Wiesenbacher Wald sind im vergangenen Jahr über 600 junge Bäume wegen der Trockenheit eingegangen. Deshalb ruft das Kreisforstamt die Bürger dazu auf, beim Wassern zu helfen.  mehr...

Jetzt die SWR Aktuell App runterladen Nachrichten aus Ludwigshafen und der Süd- und Vorderpfalz aufs Handy

Die SWR Aktuell App bringt Ihnen kurz und knapp alles Wichtige auf Ihr Smartphone. Sie bekommen jetzt auch gezielt Nachrichten aus Ludwigshafen und der Pfalz. So funktioniert's:  mehr...

STAND
AUTOR/IN