Ein Angler holt tote Fische mit dem Kescher aus dem Fluss.  (Foto: SWR)

Fischsterben durch Vergiftung?

Polizei ermittelt: Erneut unbekannter Stoff in Queich gelangt

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Am Mittwoch wurde erneut ein unbekannter Stoff in die Queich geleitet. Das war bereits eine Woche zuvor passiert, danach gab es im Fluss hunderte tote Fische. Wasserproben werden noch untersucht.

Wieder scheint bei Albersweiler etwas in den Fluss eingeleitet worden zu sein. Nach Angaben der oberen Wasserbehörde in Neustadt hatte sich das Wasser hell verfärbt und Schaum gebildet. Erneut wurden Wasserproben genommen. Auch die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet.

Erst vor einer Woche gab es vermutlich wegen eines Giftstoffs hunderte tote Fische und andere Flusstiere in der Queich, die Angler aus der Umgebung immer noch bergen, weil sie tot am Grund des Flusses liegen und das Gewässer sonst verunreinigen.

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Über 10 Kilometer Flusswasser verseucht

Auf einer Strecke von etwa zehn bis zwölf Kilometern habe es "wirklich alles zerlegt", wie es Tilman Hahn ausdrückt. Er studiert Molekularbiologie und ist Angler beim Angelsportverein Birkweiler-Siebeldingen (Kreis Südliche Weinstraße). Erst in Landau würden sich die ersten Fische finden, die zwar angeschlagen aussehen, es aber überleben könnten.

Was wurde in die Queich geschüttet?

Deswegen glaubt Hahn, dass jemand eine große Menge eines giftigen Stoffes in den Fluss geleitet haben muss. Kleine Mengen hätten sich in dem Fließgewässer schneller verteilt und nicht so viel Schaden angerichtet, ist seine Meinung.

"Das kann kein Unfall gewesen sein, wo jemand einfach einen Eimer aus dem Fenster kippt."

Wahrscheinlich ist auch, dass der Stoff dem Wasser extrem viel Sauerstoff entzogen hat. Denn die Kiemen der toten Fische seien extrem weit geöffnet und blass verfärbt gewesen, so Hahn. Das deute daraufhin, dass die Tiere im Todeskampf nach Luft gerungen haben und dann jämmerlich erstickt seien.

Wasserproben und Fische werden untersucht

Der Stoff scheint bei Albersweiler ins Wasser gelangt zu sein. Denn oberhalb im südpfälzischen Annweiler ist die Queich noch völlig in Ordnung. Es wurden an mehreren Stellen Wasserproben entnommen. Diese werden jetzt zusammen mit verendeten Fischen untersucht. Ein Laborergebnis soll es in der ersten Mai-Woche geben.

Hahn hofft, dass das Gift zumindest in den Fischen nachzuweisen ist. Und daraus könnten sich dann auch Hinweise auf den Verursacher ergeben.

Ein Angler holt tote Fische mit dem Kescher aus dem Fluss.  (Foto: SWR)
Tilmann Hahn holt immer wieder neue tote Fische aus dem Fluss.

Unerklärliches Fischsterben war noch nie so groß

Angler haben in den vergangenen Jahren schon häufiger ein ungeklärtes Fischsterben bei Albersweiler beobachtet und auch angezeigt. Allerdings war das in einem viel kleineren Bereich und lange nicht so dramatisch wie jetzt.

Tillmann Hahn, der auch Biologie studiert, schätzt, dass es drei bis fünf Jahre dauert, bis sich das Gewässer wieder erholt.

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